Wegen zu hoher Gebühren: Migros und Coop verzeigen Visa und Mastercard bei den Wettbewerbshütern

Laut dem «Tagesanzeiger» bezahlen Schweizer Konsumenten bis doppelt so viel, zahlen sie mit Kreditkarten.

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Wer in der Schweiz mit Kreditkarte bezahlt, bezahlt laut dem Verband Elektronischer Zahlungsverkehr im internationalen Vergleich zu viel. (Bild: Martin Ruetschi/Keystone)

Wer in der Schweiz mit Kreditkarte bezahlt, bezahlt laut dem Verband Elektronischer Zahlungsverkehr im internationalen Vergleich zu viel. (Bild: Martin Ruetschi/Keystone)

Der Verband Elektronischer Zahlungsverkehr (VEZ), dem unter anderem Migros, Coop und Gastrosuisse angehören hat vor wenigen Tagen bei der Wettbewerbskommission (Weko) eine Anzeige gegen Visa und Mastercard eingereicht. Der Anlass dafür sei eine in diesen Tagen eingeführte Preiserhöhung von Visa, wie der «Tagesanzeiger» schreibt . Die Gebühren, die Schweizer Händler an die Kreditkartenfirmen bezahlten, steigen demnach deutlich, wenn Kunden Bezahlkarten aus dem EWR-Raum benutzen. Zum Teil würden die Tarife verdoppelt.

Wie der Tagi schreibt hätten die Schweizer Händler die neuen Tarife zum Anlass genommen, die Kosten unter die Lupe zu nehmen. Die Gebühren von Visa gleichen sich laut einer Auswertung des VEZ denjenigen von Konkurrent Mastercard an. Der Schluss liege nahe, dass die beiden Unternehmen ihre marktbeherrschende Stellung ausnutzen, heisst es in der Anzeige.

Die Schweizer Händler fürchten, dass Visa und Mastercard die Gebühren zukünftig weiter erhöhen könnten. Daher richtet sich die Anzeige gegen beide Unternehmen. Visa und Mastercard kommentierten eine Anfrage des «Tagesanzeigers» nicht. Die Preiserhöhung hat es in sich. Heute werden rund 12 Prozent aller Zahlungen in der Schweiz mit Karten aus dem EWR-Raum abgewickelt. Ihr Anteil wächst. Die Detailhändler gehen daher davon aus, dass alleine Visa 8 Millionen Franken pro Jahr mehr einnimmt – Tendenz steigend.