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Neuer Streamingdienst lanciert:
Apple fordert Netflix heraus

Apple stellte am Montag seinen neuen Nachrichten- und Streamingdienst vor.
Renzo Ruf, Washington
Apple-CEO Tim Cook präsentierte am Montag die neuen Produkte. (Bild: Tony Avelar)

Apple-CEO Tim Cook präsentierte am Montag die neuen Produkte. (Bild: Tony Avelar)

Der Technologiekonzern Apple lanciert seine Nachrichten-­Applikation neu. Künftig werden über die entsprechende App, die nun «Apple News+» heisst, auch die Inhalte von mehr als 300 Zeitschriften verfügbar sein. Der kostenpflichtige Dienst wird vorerst nur in den USA und in Kanada erhältlich sein; eine Expansion nach Australien und Grossbritannien ist im Herbst 2019 geplant. Ob «Apple News+» dereinst auch im deutschsprachigen Raum, mit deutschsprachigen Inhalten, erhältlich sein wird, wollte Apple-Konzernchef Tim Cook während seiner Präsentation am Montag nicht verraten.

«Wir glauben an die Kraft des Journalismus»,

sagte er stattdessen. Der kuratierte Dienst wird auch mit den Tageszeitungen «Los Angeles Times» und «Wall Street Journal» zusammenarbeiten. Weltweit bekannte Blätter wie die «New York Times» hingegen setzen weiterhin auf ihre eigene Applikation, die separat bezahlt werden muss.

Apple lancierte am Dienstag zudem in Amerika eine neue Gratis-Kreditkarte, in Zusammenarbeit mit Goldman Sachs und Mastercard. Ausserdem stellte er eine neue Gaming-Plattform («Apple Arcade») vor, die auch in der Schweiz erhältlich sein wird. Und schliesslich wird auch das TV-Angebot von Apple ergänzt, mit der Applikation «Apple tv+». Der Dienst wird Originalmaterial von derart prominenten Namen wie Steven Spielberg, Jennifer Aniston, Steve Carell und Octavia Spencer ausstrahlen. Apple zahlt ihnen nach Informationen der «Washington Post» 1,1 Millionen Dollar pro Folge – eine Grössenordnung, die bei Top­serien im klassischen Fernsehen üblich ist. Und Hollywood-Regisseur M. Night Shyamalan («The Sixth Sense», «Glass») hat einen noch komplett geheimen Thriller gedreht.

Im Herbst soll Apple tv+ in der Schweiz verfügbar sein

Gemäss US-Medienberichten sei es aber verfrüht, den Vorstoss von Apple schon als einen Frontal­angriff auf Netflix zu betrachten. Zwar liess sich Apple den Streamingdienst einiges kosten – aber Netflix gab zuletzt pro Jahr um die acht Milliarden für Inhalte aus, einen wachsenden Teil davon für nur bei dem Dienst verfügbare Filme oder Serien. Aktuell seien es sogar 1,4 Milliarden Dollar pro Monat, sagte jüngst Netflix-Chef Reed Hastings. «Apples Fokus wird – zumindest vorerst – darauf liegen, anderen beim Verkauf ihrer Streamingabos zu helfen und einen Umsatzanteil davon zu bekommen», schrieb der gut vernetzte Medienreporter Peter Kafka beim Technologieblog «Recode». Apple könne künftig etwa gebündelte Pakete von Abos – zum Beispiel der Bezahlsender HBO, Showtime und Starz in den USA – günstiger verkaufen als die Einzelangebote.

Im «Wall Street Journal» hiess es, pro Sender-Abo sollen 9,99 Dollar fällig werden. Apple tv+ soll im Herbst auch in der Schweiz auf Sendung gehen.

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