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ARBEITSMARKT: Bau und Gastro schaffen mehr Jobs

Im Juni fanden mehr Personen eine neue Stelle, als ihren Job verloren haben. Die Arbeitslosenquote sank von 3,1 auf 3 Prozent. Der Rückgang hat auch saisonale Gründe.
Rainer Rickenbach
Jobs im Gastgewerbe sind in den Sommermonaten stärker gefragt. (Bild: Thomas Barwick/Getty)

Jobs im Gastgewerbe sind in den Sommermonaten stärker gefragt. (Bild: Thomas Barwick/Getty)

Rainer Rickenbach

Es handle sich um einen ungewöhnlich kräftigen Rückgang der Arbeitslosigkeit, charakterisiert Boris Zürcher vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) die Arbeitsmarktdaten vom Juni. In der Tat: Im Vergleich zum Vormonat Mai waren 4 Prozent weniger arbeitslose Frauen und Männer bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren gemeldet. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 auf 3 Prozent. Das ist so tief wie seit fast zwei Jahren nicht mehr, als die Aufhebung der Eurokurs-Untergrenze zeitlich verzögert begann, auf dem Arbeitsmarkt Spuren zu hinterlassen.

Die Arbeitslosigkeit sank im Juni in erster Linie aus saisonalen Gründen. Das macht ein Blick auf die Branchen deutlich: Mehr als die Hälfte des Rückgangs entfällt auf die typischen Saisonberufszweige Gastronomie und Bau. In der wärmeren Jahreszeit brauchen Wirte, Hoteliers und Bauunternehmer mehr Leute. «Etwa 15 Prozent des Rückgangs haben indes konjunkturelle Ursachen. In sämtlichen Branchen wurden mehr Leute angestellt als abgebaut», sagt Boris Zürcher vom Seco.

Deutlich gesunken ist die Zahl der als arbeitslos registrierten Jungen. Im Juni gingen über 10 Prozent weniger 15- bis 24-Jährige bei den Arbeitsämtern ein und aus als noch vor einem Jahr. Zäh verläuft die Erholung des Arbeitsmarktes hingegen bei den Älteren. Die Quote bei den 50-Jährigen und Älteren entwickelte sich zwar ebenfalls zurück und verharrt nach wie vor unter dem Gesamtdurchschnitt. Doch bei dieser Altersgruppe ist nur wenig Bewegung auszumachen. «Der Aufschwung setzt bei den Älteren verspätet und vorerst schwach ein. Jetzt schon von einer Trendwende zu sprechen, wäre verfrüht», sagt Zürcher. Doch immerhin falle der Vorjahresvergleich zum ersten Mal seit über einem Jahr positiv aus. Er vermutet, bei einem grossen Teil der älteren Erwerbslosen handle es sich um weniger qualifizierte Personen, die vor 20 oder 30 Jahren vorwiegend aus dem Balkan in die Schweiz eingewandert sind.

Für diese These spricht der hohe Ausländeranteil bei den Ü50. Mit 5,7 Prozent ist die Arbeitslosenquote bei den älteren Ausländern mehr als doppelt so hoch als bei ihren Schweizer Altersgenossen (2,1 Prozent). Wie harzig die Stellensuche für diese Altersgruppe verläuft, illustrieren die Zahlen der Langzeitarbeitslosen: Mehr als 44 Prozent der Personen, die länger als ein Jahr ohne Stelle sind, haben den 50. Geburtstag hinter sich.

Im Juli gibt es wieder mehr junge Arbeitslose

Mit der Quote von 3 Prozent über alle Altersgruppe betrachtet dürfte der Tiefststand für dieses Jahr erreicht sein. «Im Juli steigt nach dem Ende des Schul- und des Lehrjahres die Jugendarbeitslosigkeit wieder an», sagt Boris Zürcher voraus. Das Seco geht für dieses Jahr von einer durchschnittlichen Arbeitslosigkeit von 3,2 Prozent aus. Im kommenden Jahr sollen es noch 3,1 Prozent sein. Das Wirtschaftswachstum wird nach Einschätzung des Seco weiter zur Beruhigung des Arbeitsmarktes beitragen. Zürcher: «Erstmals seit längerer Zeit befinden sich sämtliche Konjunkturfrühhinweise im grünen Bereich.»

Auch regional ist die Aufwärtsbewegung auf dem Arbeitsmarkt breit abgestützt. Mit Ausnahme von Obwalden, Freiburg und den beiden Appenzell sank die Arbeitslosenquote in sämt­lichen Kantonen um 0,1 bis 0,4 Prozent. Besonders in Neuenburg, Graubünden, Bern und im Wallis fanden deutlich mehr Personen eine Beschäftigung als sonst üblich.

In der Zentralschweiz sank die Quote um 0,1 Prozent (Luzern, Schwyz, Nidwalden und Zug), in Uri um 0,2 Prozent, und in Obwalden verharrte sie beim bisherigen Wert. Am höchsten in der Region war die Arbeitslosenquote in Zug (2,3 Prozent), am tiefsten in Obwalden und Uri (0,8 Prozent). In Luzern sind 1,7 Prozent der Erwerbstätigen bei einer Arbeitsvermittlungsstelle registriert, in Schwyz 1,6 Prozent.

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