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ARBEITSMARKT: Im Büro schnell online einkaufen ist weit verbreitet

Viele Schweizer kaufen während der Arbeitszeit online ein. Dürfen sie das? Nein, eigentlich nicht, sagt Unternehmenscoach Jörg Neumann. In der Pflicht sieht er aber vor allem die Arbeitgeber.
Rainer Rickenbach
Keine Seltenheit: Ein Mitarbeiter shoppt bei der Arbeit im Internet. (Bild: Georgijevic/Getty)

Keine Seltenheit: Ein Mitarbeiter shoppt bei der Arbeit im Internet. (Bild: Georgijevic/Getty)

Rainer Rickenbach

Am Montag gehen besonders ­viele Kundenbestellungen bei den Onlinehändlern ein. Über alle Werktage betrachtet werden in der Schweiz zwischen 9 und 12 sowie 13 und 18 Uhr die meisten Einkäufe per Mausklick getätigt (siehe Grafik). Besonders vor der Mittagspause und vor Feierabend häufen sich die Bestellungen.

Am Wochenende hingegen herrscht ziemliche Flaute. Und ausserhalb der üblichen Arbeitszeiten nehmen die Kaufentscheid-Klicks einzig noch einmal abends zwischen 19 und 21 Uhr zu. Sie erreichen aber nicht mehr das Niveau des späteren Vormittags und des Nachmittags. Das geht aus einer Auswertung des Online-Kaufverhaltens durch die Digitec Galaxus AG hervor. Sie ist der grösste Schweizer Onlinehändler und analysierte Daten über den Zeitraum eines Jahres.

Einkaufen anstatt Pausenklatsch?

Die Kaufzeiten lassen nur einen Schluss zu: Viele Schweizerinnen und Schweizer begeben sich während der Arbeitszeit im Büro auf Einkaufstour im Internet. Zalando klicken anstatt Zahlungen ausführen? Ob die Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit vertrödeln, fragt sich auch Digitec Galaxus und ­liefert eine Antwort, welche die Lage wohl etwas beschönigt: Die allermeisten Angestellten würden eben in der Pause auf Kaffee, Klatsch oder Zigarette verzichten und sich stattdessen auf den Einkaufsplattformen am PC tummeln. Die Zeitdaten des Onlinehändlers liefern indes keine Hinweise auf ein Pausenphänomen.

Die Einkaufstouren während der Arbeitszeiten überraschen Jörg Neumann von Neumann Zanetti & Partner nicht. Die Firma in Meggen coacht Unternehmen in Fragen der Personalführung und betreibt Marktforschung. «Eigentlich ist die Sache klar: Surfen im Internet ist in der ­Regel eine Privatangelegenheit und gehört nicht an den Arbeitsplatz», sagt Neumann. Zahlreiche grosse Unternehmen blockieren darum Einkaufsportale. Werden ­Online-Shopper zu Wieder­holungstätern, so müssen sie mit unangenehmen Chef-Terminen und Verweisen rechnen. Kommen weitere Fehlverhalten hinzu, kann das Ganze durchaus mit der Kündigung enden.

Oft ist nach Einschätzung Neumanns die Unternehmensführung aber selber schuld, wenn Angestellte ihre Arbeitszeit für Shoppingerlebnisse am Computer nutzen. «Die Führung muss für die Internetnutzung klare Regeln schaffen, das Personal darüber informieren und mit Stichproben auch für Verbindlichkeit sorgen», sagt er. Gegen Internet-Shopping in der Mittagspause sei nichts einzuwenden, sofern der Arbeitgeber erlaube, seine Infrastruktur dafür zu benutzen.

Jörg Neumann: «Die Fragen von privaten Tätigkeiten während der Arbeitszeit stellen sich zum Beispiel auch im Aussendienst oder bei Angestellten, die von ihrem Büro zu Hause aus arbeiten. Dazu braucht es ebenfalls klare Ansagen von oben.» Letztlich aber handelt es sich für Neumann um eine Frage der Transparenz: Die Chefs stellen klar, was sie von den Angestellten im Umgang mit dem Internet oder dem Geschäftsauto erwarten – und die Angestellten reden mit den Vorgesetzten, wenn sie Gründe für eine Ausnahme zu haben glauben. Denn in gut geführten Betrieben spreche man miteinander, wenn das Private dem Beruflichen in die Quere komme. «Wer Pakete von Onlinehändlern ins Geschäft bestellt, weil er sie wegen seiner Arbeitszeiten in der Poststelle nicht abholen kann, sollte den Chef informieren. Meistens finden sich pragmatische Lösungen», sagt Jörg Neumann.

Bei Jungen sind Bestellungen mit Handy beliebt

Drei Viertel der Onlineeinkäufer nutzen gemäss Digitec Galaxus den Computer, das Tablet oder ein Laptop. Bei den jungen Internetbestellern ist das Smartphone überdurchschnittlich stark verbreitet. Die Autoren der Erhebung sagen voraus, das Mobiletelefon gewinne im E-Commerce zusehends an Bedeutung. Die grösseren Smartphone-Bildschirme und die handygerechten Shopping-Apps würden diese Entwicklung in der Zukunft beschleunigen.

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