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Neubauten bremsen Renovationen aus

Der Ostschweizer Gebäudezulieferer Arbonia hat letztes Jahr seinen Umsatz steigern können. Allerdings bremst der Mangel an Fachkräften das Wachstum aus. Der Schweizer Markt zeigt sich stabil.
Stefan Borkert
Das Arbonia-Corporate-Center in Arbon. Bild: Hanspeter Schiess

Das Arbonia-Corporate-Center in Arbon. Bild: Hanspeter Schiess

Die Baukonjunktur schlägt sich direkt auf das Geschäft der Arbonia nieder. Der Gebäudezulieferer aus Arbon verzeichnete 2018 einen Nettoumsatz von fast 1,4 Milliarden Franken, was einem Wachstum von über zehn Prozent entspricht. Berücksichtigt man die getätigten Akquisitionen und währungsbedingte Faktoren, dann verbleibt ein moderates Wachstum von 2,5 Prozent.

Arbonia-Chef Alexander von Witzleben sagt, dass die Umsatzentwicklung je nach Division unterschiedlich verlaufen sei. «Insbesondere die Division Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik (HLK) entwickelte sich sehr erfreulich.» Unter dem Strich legte diese Division fünf Prozent zu. Von Witzleben fährt fort: «Belastend wirkten hingegen bei der Division Sanitär Abschmelzverluste in Folge zu hoher Handelskonzentration der Marken Kermi und Koralle in Deutschland sowie erschwerte Marktbedingungen in Frankreich.»

Tiefere Auftragseingänge in der Industrie

Besonders zu schaffen macht der Arbonia der Mangel an Fachkräften. Dieser habe sich hemmend in allen Divisionen und Regionen ausgewirkt. Im Communiqué heisst es dazu weiter: «sowohl im Installationshandwerk als auch im produzierenden Segment». Profitiert habe bei der Arbonia im ersten Halbjahr 2018 die Division HLK von Vorzieheffekten in Russland bedingt durch neue Vorschriften für Blechstärken.

Ausserdem habe Arbonia ­aktiv am Konsolidierungsprozess der europäischen Wettbewerbslandschaft im Bereich Design- und Flachheizkörper teilgenommen und für HLK die belgische Vasco Group übernommen. «Mit dieser Übernahme erweitert die Division HLK ihren geografischen Fussabdruck und stärkt das Sortiment der Division auch in den Bereichen Wohnraumlüftung und Bodenheizung», sagt CEO von Witzleben. Im Hauptmarkt Deutschland habe sich die Baukonjunktur stabil entwickelt, doch bremse der Mangel an Fachkräften und Baugrundstücken schon seit einiger Zeit den Boom im Neubau aus. «Die Knappheit an fehlenden Bauhandwerkern führte dazu, dass das Neubaugeschäft bevorzugt wurde, was das margenstärkere Renovationsgeschäft im Berichtsjahr hemmte», sagt von Witzleben. Zusätzlich wirkten sich 2018 aber auch die generell gedämpften Konjunkturerwartungen aus. So hätten etwa tiefere Auftragseingänge in der Industrie zu einem Rückgang bei gewerblichen Gebäudeinvestitionen geführt.

Alexander von Witzleben, CEO Arbonia. Bild: Benjamin Manser

Alexander von Witzleben, CEO Arbonia. Bild: Benjamin Manser

Energetische Sanierung in der Schweiz wenig attraktiv

Im Heimmarkt Schweiz blieb das Volumen stabil. Doch habe die von der Tiefzinspolitik getriebene starke Bautätigkeit der letzten Jahre zu Ungleichgewichten auf dem Immobilienmarkt geführt. «Steigende Leerwohnungsbestände bei Renditeobjekten schaffen einen zunehmenden Wettbewerb mit Preisdruck auf die Mieten, schreibt Arbonia. «Diese Entwicklung macht nicht zuletzt auch energetische Sanierungen weniger attraktiv, da diese die Wohnungen verteuern», gibt der CEO zu bedenken. Insgesamt wachse in der Schweiz das Risiko, dass der Wohnungsneubau eine noch stärkere Korrektur erfahre als seit längerem prognostiziert. Demgegenüber würde aber der Bürogebäudemarkt erfreulich zunehmen.

In Osteuropa, vor allem im wichtigsten Markt Polen, konnte Arbonia ebenfalls zulegen. Allerdings macht dem Konzern auch dort der Fachkräftemangel inzwischen zu schaffen.

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