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Auch im Westen nach Kies graben

Mit einer vierten Etappe will die Kieswerk Arch AG sich den Kiesabbau vier weitere fünf Jahre sichern. Das vorgestellte Projekt soll im Herbst 2010 der Gemeindeversammlung zur Genehmigung unterbreitet werden.

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Solothurner Zeitung

Jürg Amsler

«Wer sich noch am Mitwirkungsverfahren beteiligen will, muss Gas geben. Dieses läuft nämlich am 18. Dezember ab.» Gemeinde- und Verwaltungsratspräsidentin der Kieswerk Arch AG, Rita Hedinger, machte an der Informationsveranstaltung im Gemeindezentrum klar, dass die Zeit drängt. Die gut zwei Dutzend Interessierten, die mehr über das Erweiterungsprojekt Kiesabbau Buchrain wissen wollten, werden gegen die Pläne der Kieswerk Arch AG kaum etwas einzuwenden haben.

Martin Schwab, Geschäftsführer des Kieswerkes, konnte mit seinen Argumenten für eine weitere Kiesabbauetappe überzeugen: «Wir haben im Frühjahr das Projekt für eine dritte und letzte Abbauetappe vorgestellt, mussten nun aber über die Bücher. Denn die vorhandenen Kiesreserven sind zu gering, um die geforderten Auflagen für den Kiesabbau erfüllen zu können. Für die dritte Etappe brauchte es eine Projektanpassung. Die Rodungsbewilligungen liegen vor, wir können sofort beginnen. Voraussetzung ist, dass die Gemeindeversammlung zustimmt. Zusätzlich soll westlich der bestehenden Grube am Buchrain in einer vierten Etappe weiteres Kies abgebaut werden.»

Kies für fünf Jahre

Philippe Heimann vom Büro CSD, Ingenieure und Geologen AG, Liebefeld, erläuterte das Vorhaben: «Wichtigster Punkt ist, dass die Gewässerschutzzone im Gebiet der vierten Abbauetappe auf den 1. Januar 2010 angepasst werden. Dies ermöglicht die geplante Erweiterung.» Mit dem Überbauungsplan und den Überbauungsvorschriften seien auch der Umweltverträglichkeitbericht und das Baugesuch zur Mitwirkung aufgelegt worden. Heimann weiter: «Aus den Unterlagen ist ersichtlich, dass nach der Rekultivierung der Ist-Zustand des Terrains wieder hergestellt wird. Dort wo Wald war, wird aufgeforstet, Kulturland wird der Landwirtschaft wieder zur Verfügung gestellt.»

Philippe Heimann nannte einige Fakten für die vierte Etappe: «Das Abbaugebiet umfasst zirka 25 500 m2 und es können rund 400 000 m3 Material abgebaut werden. Dies wird voraussichtlich für fünf Jahre reichen.» Mit einem zwei bis drei Meter hohen Wall am nördlichen Grubenrand soll das Siedlungsgebiet während des Kiesabbaus vor Immissionen geschützt werden. Der Ingenieur nannte weiter den Zeitplan: «Im kommenden Frühjahr wird das Projekt den kantonalen Stellen zur Vorprüfung vorgelegt. Im Sommer 2010 wird das Gesuch öffentlich aufliegen. Während dieser Zeit besteht Einsprachemöglichkeit. Wenn alles glatt läuft, so wird die Gemeindeversammlung im Herbst dieses Jahres über die weiteren Abbauetappen befinden können.»

Die dritte Etappe

Innerhalb eines 51 500 m2 grossen Perimeters, südöstlich der bestehenden Kiesgrube Buchrain, sollen rund 750 000 m3 Material abgebaut werden. Die dritte Abbauetappe liegt völlig im Wald, der zum Teil im Besitz der Burgergemeinde Büren ist. Das Kiesvorkommen soll für zehn Jahre reichen. (sl)

Bedenken zerstreut

Ein unmittelbarer Nachbar des geplanten Abbaugebietes fragte besorgt: «Was ist, wenn unsere private Wasserversorgung versiegt?» Martin Schwab konnte beruhigen: «Die Kieswerk Arch AG hat Erfahrungen mit solchen Situationen. Wir hatten diesen Fall schon einmal - bei einer Liegenschaft im Moos. Diese ist an die Wasserversorgung angeschlossen worden. Für diese Kos-ten und jene des Wasserbezugs für die nächsten 50 kommt die AG auf. Falls sich dies am Buchrain bei der vierten Etappe wiederholen würde, wird für euren Landwirtschaftsbetrieb genau gleich gehandelt.»

Schwab versicherte zudem, dass alles unternommen worden sei und weiterhin unternommen werde, damit Kulturland und Siedlungsgebiet vor Überschwemmungen durch Oberflächenwasser und Geschiebe verschont bleiben: «Da lege ich meine Hand ins Feuer. Die Aufschüttungen sind so aufgebaut, dass nichts zu befürchten ist.»