Generalversammlungen
Auch Swiss Life und ABB droht eine «Klatsche» der Aktionäre

Die Managerlöhne könnten auch diese Woche für rote Köpfe in den Verwaltungsräten einiger Schweizer Firmen sorgen. Nach der Bank Bär und Actelion geraten die Vergütungen bei ABB und Swiss Life ins Visier von Aktionären.

Marc Fischer
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ABB-Chef Joe Hogan.

ABB-Chef Joe Hogan.

Keystone

Die Generalversammlung des Versicherungskonzerns Swiss Life könnte heute für rote Köpfe im Verwaltungsrat sorgen. Der Grund: Trotz des unternehmerischen Debakels mit dem deutschen Allfinanzberater AWD, der Ende des letzten Jahres mit der Umfirmierung in Swiss Life Select quasi teilbeerdigt worden ist, erhielt der Verwaltungsratspräsident Rolf Dörig im vergangenen Jahr 1,7 Millionen Franken, wenig mehr als im Jahr zuvor.

Das könnte den Aktionärsvertretern sauer aufstossen, war Dörig doch CEO bei Swiss Life, als man sich AWD angeschnallt hat. Der Akquisitionspreis beinhaltete viel Luft, oder «Goodwill», wie es in der Buchhaltersprache heisst. Allein im Zuge der Neuausrichtung der Geschäftsstrategie hat Swiss Life im vergangenen November mehr als eine halbe Milliarde Franken Goodwill auf AWD abgeschrieben. Immerhin: Swiss-Life-CEO Bruno Pfister musste sich im vergangenen Jahr mit 20 Prozent weniger Lohn zufrieden geben.

In der Kritik steht auch ABB. So hat der CEO Joe Hogan im vergangenen Jahr erstmals mehr als 10 Millionen Franken erhalten. Gemäss der Anlegerplattform «Cash» muss der Energie und Elektrotechnikkonzern deshalb auch mit einer «Klatsche» der Aktionäre rechnen. Zudem hat ABB gemäss «Cash» den Vergütungsplan der Topmanager innerhalb von 12 Monaten von 37 auf 57 Millionen Franken erhöht.

Auch die Grossbanken müssen sich auf Opposition gefasst machen. Zwar haben sich die einflussreichen Stimmrechtsberater aus den Vereinigten Staaten wie ISS oder Glass Lewis für eine Annahme der Vergütungsberichte entschieden («Nordwestschweiz» vom Samstag). Dennoch kann sich der Anlagechef von Swisscanto, der Fondsgesellschaft der Kantonalbanken, Peter Bänziger, vorstellen, dass die Abstimmung über den Vergütungsbericht bei der UBS ähnlich wie bei Julius Bär ausgehen könnte. Bei Julius Bär hatten die Aktionäre den Bericht mit 64 Nein-Stimmen deutlich gebodigt.

Und bei der Credit Suisse steht der Ex-Prosieben-Chef Urs Rohner in der Kritik, der als Verwaltungsratspräsident 5,2 Millionen Franken kassierte. Glass Lewis würde gerne seine Abwahl verlangen, doch leider steht er dieses Jahr nicht zur Wahl, so der Berater unlängst gegenüber der «Schweiz am Sonntag».