Blumenbörse
Auf Blumen folgen Computer

Die in Nordamerika gegründete Firma «Equinix» ist spezialisiert auf den Betrieb von Rechenzentren. Bald schon wird sie ein solches in Oberengstringen einrichten - in der ehemaligen Blumenbörse. Den Gemeinderat freut's.

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Aargauer Zeitung

Sandro Zimmerli

In der ehemaligen Blumenbörse an der Allmendstrasse 13 in Oberengstringen kehrt schon bald Ruhe ein. Wie der Oberengstringer Gemeinderat an der Gemeindeversammlung bekannt gab, hat die Besitzerin der Liegenschaft, die «gt bau ag», einen Nachmieter für den nach Wangen-Brüttisellen gezogenen Zürcher Blumenmarkt gefunden. Die Firma «Equinix» betreibt weltweit Rechenzentren und will ein solches bald auch in Oberengstringen einrichten.

Freuen dürften sich über diese Nachricht insbesondere diejenigen Anwohner der Dorfstrasse, die sich frühmorgens durch den Warenumlad und den Camion- und Lastwagenverkehr im Zusammenhang mit dem grössten Blumengrossmarkt der Schweiz gestört fühlten. So forderten sie schon seit Jahren vergeblich ein Lastwagenverbot und eine Tempo-30-Zone rund um die Blumenbörse.

Der Streit zwischen den Anwohnern und der Gemeinde fand seinen Höhepunkt im Jahr 2005 als der Oberengstringer Gemeinderat einen Rüffel von der Baurekurskommission I des Kantons Zürich erhielt. Diese verlangte vom Oberengstringer Gemeinderat, dass er die Lärmklage eines Anwohners zu prüfen habe. Der Gemeinderat hatte die Klage unter anderem deshalb abgewiesen, weil die Blumenbörse sowieso wegziehe und eine Prüfung deshalb vergebene Mühe sei.

Gemeindepräsident Reto Cavegn ist jedenfalls überzeugt davon, dass der neue Mieter weniger Verkehr und damit weniger Lärm verursachen wird als der Blumenmarkt. «Was wir bis jetzt über die Firma erfahren haben, macht einen guten Eindruck», so der Gemeindepräsident. Er habe das Gefühl, dass sich für die Gemeinde durch den Zuzug von «Equinix» eine Win-Win-Situation ergebe. «Das Gebäude wird ganzheitlich genutzt und der Verkehr im Vergleich zu früher stark reduziert», sagt Cavegn.

Reto Cavegn, Gemeindepräsident «Der Verkehr wird im Vergleich zu früher stark reduziert»

Reto Cavegn, Gemeindepräsident «Der Verkehr wird im Vergleich zu früher stark reduziert»

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Zu den Dienstleistungen des 1998 in Kalifornien gegründeten Betriebs gehören so genannte Colocations. Darunter versteht man einen angemieteten Raum in einem Rechenzentrum, der es Firmen erlaubt dort eigene Server unterzubringen. Für viele Unternehmen dienen solche Colocations als Alternativen zu einer eigenen breitbandigen Standleitung.