Swissgrid-Debakel
Aufsichtsbehörde Elcom wird Swissgrid-Fall prüfen

Nachdem das IT-Debakel bei Swissgrid publik geworden ist, will nun die Eidgenössische Elektrizitätskommission Elcom den Fall prüfen. Wie die Aufsichtsbehörden sagt, will sie über die Vorfälle genau ins Bild gesetzt werden.

Marc Fischer
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Swissgrid soll gegenüber der Elcom die Vorgänge um das IT-Projekt erklären

Swissgrid soll gegenüber der Elcom die Vorgänge um das IT-Projekt erklären

Keystone

Die Eidgenössische Elektrizitätskommission Elcom will die Vorfälle um das IT-Projekt «BGM-2» beim Schweizer Stromnetzbetreiber Swissgrid überprüfen. «Wir haben als Aufsichtsbehörde die Pflicht, die Vorfälle zu überprüfen und werden deshalb mit den Verantwortlichen bei Swissgrid in Kontakt treten», sagte am Mittwoch der Elcom-Sprecher Dario Ballanti auf Anfrage.

Massnahmen gefordert

Wie «Die Nordwestschweiz» am Mittwoch berichtete, hatte das IT-Projekt zur Verbesserung des sogenannten Fahrplanmanagements hohe Kosten verursacht, ohne Resultate zu liefern. Gemäss Swissgrid wurden bisher rund 13 Millionen Franken für die Entwicklung einer individuellen Software zur Steuerung der Stromflüsse ausgegeben. «Diese Beträge klassifizieren wir als Betriebskosten, weshalb wir die Angelegenheit prüfen müssen», so Ballanti weiter.

Swissgrid müsse gegenüber der Elcom die Vorgänge um das IT-Projekt genau erklären. «Wir wollen wissen, welche Massnahmen Swissgrid treffen wird, um solche Fälle in Zukunft zu vermeiden», so Ballanti.

WTO-Ausschreibung bei Elcom kein Thema

Die internen Unstimmigkeiten im Management, von denen involvierte Kreise gegenüber der «Nordwestschweiz» berichteten, fielen dagegen nicht in den Aufgabenbereich der Elcom. Genauso wenig wie die Frage, ob Swissgrid Bestimmungen im Zusammenhang mit den WTO-Ausschreibungen verletzt hat. Diese schreiben vor, dass IT-Projekte ab 250 000 Franken öffentliche ausgeschrieben werden müssen. Swissgrid hatte das «BGM-2»-Projekt im vergangenen Februar publiziert, nachdem bereits mehrere externe Unternehmen am Projekt gearbeitet hatten.