Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

AUSSENHANDEL: Schweiz exportiert so viel wie noch nie

Trotz Donald Trumps Forderung «America first» erreichen die Schweizer Exporte in die USA neue Rekordmarken. Auch die Bestellungen aus Europa und Asien stiegen an. Bis Ende Jahr könnte es sogar noch besser kommen.
Ernst Meier
Uhren sind besonders in asiatischen Ländern ein schweizerischer Verkaufsschlager. (Bild: Fred Dufour/AFP (Peking, 5. September 2015))

Uhren sind besonders in asiatischen Ländern ein schweizerischer Verkaufsschlager. (Bild: Fred Dufour/AFP (Peking, 5. September 2015))

Ernst Meier

Maschinen, Uhren, Medikamente und chemische Produkte «made in Switzerland» sind weltweit stark gefragt. Für knapp 110 Milliarden Franken haben Schweizer Firmen im ersten Halbjahr 2017 Produkte ins Ausland verkauft. Das ist ein Plus gegenüber der Vorjahresperiode von 4,4 Prozent und bedeutet neuer Export-Rekord. Dabei lagen beide Quartale über dem Wert vom letzten Jahr, wie die gestern veröffentlichten Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung zeigen.

Am stärksten stiegen die Lieferungen in die USA. Nach Nordamerika exportierten Schweizer Firmen Produkte im Wert von knapp 18 Milliarden Franken (+6,3 Prozent), die USA machten dabei 16,3 Milliarden Franken aus (+6,7 Prozent), Kanada rund 1,7 Milliarden Franken (+2,3 Prozent). Donald Trumps Kampfparole «America first», die auch darauf zielt, dass die Amerikaner vermehrt einheimische Produkte kaufen, wirkte sich demnach nicht nachteilig auf unser Land aus. Das Verlangen der USA nach Schweizer Produkten wächst ungebremst, denn die Schweizer Exporte betrugen vor 17 Jahren noch weniger als die Hälfte von heute. Seit dem letzten grossen Rückschlag 2009 (Finanzkrise) stiegen die Ausfuhren um knapp 80 Prozent.

Deutschland bleibt der wichtigste Handelspartner

Nach oben zeigen auch die Zahlen der Exporte in europäische Länder (+ 3,7 Prozent) und Asien (+ 6 Prozent). China alleine verzeichnete ein Plus von über einem Fünftel. Hingegen gingen die Ausfuhren nach Lateinamerika (– 0,9 Prozent) und Afrika (– 2,5 Prozent) zurück. Deutschland bleibt der wichtigste Handelspartner der Schweiz. Ins nördliche Nachbarland wurden im ersten Halbjahr Waren für 20,6 Milliarden Franken geliefert (+ 6,9 Prozent).

«Die neusten Exportzahlen zeigen, die europäische Konjunktur nimmt Fahrt auf, und global ist die Wirtschaft gut in Schuss», sagt Janwillem Acket, Chefökonom der Bank Julius Bär. Erfreulich sei zu sehen, dass sich «in Europa Länder wie Frankreich, Österreich, Italien und UK gut entwickeln», erläutert Acket.

Betrachtet man die Exportzahlen nach Branchen, bleibt die Chemie- und Pharmaindustrie mit 50,3 Milliarden Franken (+ 6,8 Prozent) klarer Wachstumstreiber. Zwei Drittel der gesamten Exportsteigerungen von 4,6 Milliarden Franken betreffen ihre Produkte. Die Ausfuhren der Maschinen- und Elektro-Industrie sowie der Uhrenbranche erhöhten sich nur minim. Damit zeigt sich aber, dass der rückläufige Trend in der Uhrenindustrie gestoppt werden konnte. Um einen Fünftel – und damit am stärksten von allen Branchen – stiegen die Ausfuhren von Textilien/Bekleidung/Schuhe. Die Erklärung dazu ist einfach: Die vielen Rücksendungen von Onlinebestellungen aus dem Ausland bei Firmen wie Zalando treiben die Zollstatistik nach oben. Der Handel der Schweiz lief im ersten Halbjahr auch in umgekehrter Richtung gut: Die Importe legten um 4,8 Prozent auf 90,7 Milliarden Franken zu. Auch hier zeigte sich die Chemie- und Pharmaindustrie mit einem Anteil von 23,3 Milliarden Franken (+ 8,9 Prozent) am stärksten.

Aufgrund der positiven Zahlen fühlen sich die Prognostiker mit ihrer optimistischen Sicht zur Wirtschaftsentwicklung bestätigt. «Wir gehen für die Schweiz von einem Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent in diesem Jahr und 1,5 Prozent im nächsten Jahr aus», sagt Janwillem Acket aus. Er sieht die positive Entwicklung auch als Beweis, dass die Schweizerische Nationalbank mit der Stabilisierung des Frankenkurses einen guten Job gemacht hat.

Bild: Grafik: LZ

Bild: Grafik: LZ

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.