AUTOMATISCHER INFORMATIONSAUSTAUSCH: OECD-Lob für die Schweiz

OECD-Steuerchef Pascal Saint-Amans stellt der Schweiz gute Noten aus. Sie sei weiter als andere Staaten.

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OECD-Steuerchef Pascal Saint-Amans sieht kaum noch einen Ort, an dem man Vermögen vor dem Fiskus verstecken könnte. (Bild: Keystone / Peter Schneider)

OECD-Steuerchef Pascal Saint-Amans sieht kaum noch einen Ort, an dem man Vermögen vor dem Fiskus verstecken könnte. (Bild: Keystone / Peter Schneider)

Nachdem die Schweiz diese Woche den automatischen Informationsaustausch (AIA) in Steuerfragen akzeptiert hat, sieht Pascal Saint-Amans, Steuerchef der Organisation für Zusammenarbeit und wirtschaftliche Entwicklung (OECD), gute Chancen, dass das Land von den grauen Listen verschwindet. "Sie ist auf gutem Weg, aus diesen Listen zu fallen", sagt er im Interview mit der "Zentralschweiz am Sonntag". Erstens sei das Schweizer Parlament daran, die heute erteilten Justizauskünfte dem OECD-Standard anzupassen, um bei der internationalen Amtshilfe die Kriterien der so genannten "ersten Phase" zu erfüllen. Das könnte im Herbst der Fall sein. "Zweitens ist die Schweiz beim zukünftigen automatischen Informationsaustausch gut platziert, da sie zum Teil schneller als andere Finanzplätze reagierte", sagt er.

Saint-Amans warnt vor Volks-Nein

Für den Fall einer Volksabstimmung über den automatischen Informationsaustausch gibt Saint-Amans zu bedenken, nicht zu vergessen, dass man nicht Investitionen und ausländische Vermögen anziehen können, ohne international zu kooperieren. «Man kann nicht die Vorteile der Globalisierung in Anspruch nehmen, ohne mit der übrigen Welt partnerschaftlich zu verkehren.» Mache die Schweiz nicht mit, würden andere Massnahmen ergreifen, um ihre Bürger und Unternehmen daran zu hindern, in die Schweiz zu gehen.