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AUTOMOBIL: Im Tesla steckt auch ein Stück Zug

Der US-Hersteller der Limousine mit Elektroantrieb hat grosse Pläne. Für den Durchbruch setzt man in Kalifornien auf die Schweiz.
Ernst Meier
Der Fahrzeughersteller Tesla – im Bild das Elektrofahrzeug Tesla S – intensiviert die Zusammenarbeit mit der Zuger Firma Bossard. (Bild: EPA/Lex Van Lieshout)

Der Fahrzeughersteller Tesla – im Bild das Elektrofahrzeug Tesla S – intensiviert die Zusammenarbeit mit der Zuger Firma Bossard. (Bild: EPA/Lex Van Lieshout)

George Clooney, Arnold Schwarzenegger, Leonardo DiCaprio oder Cameron Diaz – sie alle fahren einen Tesla. Das Elektrofahrzeug «Model S» sieht aus wie eine Sportlimousine, muss hinsichtlich Design und Komfort den Vergleich mit Mercedes oder BMW nicht scheuen und ist derzeit «totally hip» in Hollywood. Aber nicht nur Schauspieler zeigen sich umweltbewusst und setzen auf das elektrisch betriebene Premiumfahrzeug, auch einige Polit- und Wirtschaftsgrössen outeten sich jüngst als Tesla-Fahrer. So wie zurzeit in den USA will Tesla schon bald weltweit durchstarten, wie aus den ambitionierten Plänen des Elektroautopioniers hervorgeht.

Bis heute hat das 2003 gegründete Unternehmen erst knapp 30 000 Fahrzeuge verkauft. In den USA plant Tesla nun den Bau einer grossen Batterie­fabrik mit 6500 Angestellten. Investitionsvolumen: 4 bis 5 Milliarden Dollar. Dadurch will man die Autoproduktion von jährlich 22 500 auf 500 000 erhöhen, gab das Unternehmen im Februar bekannt. Um den Verkauf ihrer Fahrzeuge zu steigern, muss Tesla aber auch den Verkaufspreis senken können. In der Schweiz kostet ein «Model S» heute je nach Ausstattung zwischen 71 900 und 95 200 Franken. Das kommende «Model X», ein Sport-Utility-Vehicle mit futuristischen Flügeltüren, soll 2015 ebenfalls in dieser Preisklasse auf den Markt kommen. Das «wirklich grosse Ding» plant Tesla Motors aber für 2017. «Wir entwickeln ein Kleinfahrzeug, das in der Schweiz für zirka 40 000 Franken zu kaufen sein wird», sagt Kathrin Schira, Sprecherin für Tesla Motors in Deutschland.

Neue Technologien nötig

Damit der Elektropionier die Leistungsfähigkeit seiner Fahrzeuge steigern und den Verkaufspreis gleichzeitig senken kann, muss er neue Wege in der Produktion gehen. Dabei arbeitet Tesla Motors seit einigen Jahren mit dem Zuger Verbindungsspezialisten Bossard zusammen. «Es werden vermehrt leichtere Materialien wie zum Beispiel mit Kohlefasern verstärkte Kunststoffe verwendet», erklärt David Dean, CEO von Bossard. Bei diesen neuartigen Materialien würden die klassischen mechanischen Verbindungselemente wie Schrauben teilweise nicht mehr funktionieren. «Wir haben deshalb mit einem kleineren Nietenhersteller ein Produkt entwickelt, das hier zur Anwendung kommt», sagt Dean. Die Produktelösung werde bereits beim neuen BMW-Elektrofahrzeug i3 angewendet. David Dean: «Nun gelang es uns, auch Tesla von der Technik zu überzeugen.» Bereits seit vier Jahren arbeiten Bossard und Tesla in der Entwicklung zusammen. Vorgestern gab das Zuger Traditionsunternehmen bekannt, dass man einen Dreijahresvertrag mit einem gesamten Auftragsvolumen von 140 Millionen Dollar unterschrieben habe. «Der Deal eröffnet neue Perspektiven», hiess es in der Medienmitteilung (siehe Ausgabe von gestern).

Für die Zusammenarbeit wird Bossard, das vielerorts immer noch als «Schraubenhändler» bezeichnet wird und jährlich über 600 Millionen Franken Umsatz schreibt, in der Nähe des Tesla-Werks im kalifornischen Freemont ein neues Distributionszentrum eröffnen. Details zur Zusammenarbeit und was diese für den Standort Zug bedeutet, gibt es derzeit keine. In Anlegerkreisen sieht man den Dreijahresvertrag «als Erfolg mit Symbolcharakter», wie Marc Possa, Verantwortlicher des Fonds Sara Select, erklärt: «Die Entwicklung von Elektrofahrzeugen steckt immer noch am Anfang». Führenden Herstellern biete sich ein riesiges Marktpotenzial, ist er überzeugt. «Wenn man jetzt dabei ist und zusammen mit der Automobilindustrie die Fahrzeuge mitentwickelt, ist noch viel mehr möglich», sagt Marc Possa von Sara Select.

Tesla baut eigene Stromtankstellen

Wie von Tesla Motors zu erfahren ist, setzt man nicht nur bei der Entwicklung auf die Schweiz. «Wir sehen den Schweizer Markt als einen der lukrativsten für unsere Fahrzeuge in Europa», sagt Kathrin Schira. Wie viele Tesla-Autos bereits auf den hiesigen Strassen unterwegs sind, will sie nicht verraten. «Länderspezifische Verkaufszahlen gibt Tesla Motors nicht bekannt», sagt Schira. Gemäss den Statistiken der kantonalen Strassenverkehrsämter soll es aber eine Zahl im tiefen dreistelligen Bereich sein.

Für den Durchbruch von Tesla in der Schweiz investiert das US-Unternehmen auch in eigene Stromtankstellen. Derzeit gibt es in der Schweiz erst eine davon. Diese befindet sich nahe der Autobahn in Lully FR. Die Batterie des «Model S» reicht für zirka 500 Kilometer.

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