Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Axas Rückzug aus Pensionskassenmarkt: Ein Signal an die Politik

Maurizio Minetti, stellvertretender Leiter Wirtschaft, über die Entscheidung von Axa Schweiz, sich aus dem Geschäft der beruflichen Vorsorge zurückzuziehen.
Maurizio Minetti
Maurizio Minetti (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 5. Dezember 2017))

Maurizio Minetti (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 5. Dezember 2017))

Axa Schweiz vollzieht eine Kehrtwende im Geschäft mit der beruflichen Vorsorge. Der hinter Swiss Life zweitgrösste Schweizer Anbieter sogenannter Vollversicherungen will seinen Firmenkunden künftig nur noch teilautonome Lösungen nahe­legen. Das heisst: Unternehmen sollen in der zweiten Säule sehr wohl die Dienstleistungen von Axa beziehen und entsprechend dafür bezahlen – das Anlage­risiko sollen sie aber gefälligst selber tragen.

Den Entscheid begründet Axa mit schwindenden Renditeaussichten. Tiefe Zinsen und die steigende Lebenserwartung verteuern Angebote mit Garantieschutz. Damit scheint sich ­ zu bestätigen, was Gewerkschaften seit Jahren monieren: Sozialversicherungen gehören nicht in die Hände privater Versicherungskonzerne, weil diese zu stark auf ihre eigene Gewinnmarge schauen.

Man kann den Entscheid von Axa aber auch anders lesen. Er zeigt nämlich in aller Deutlichkeit, wie wenig Spielraum die Versicherer angesichts des hohen Umwandlungssatzes für Rentenzahlungen haben. In der Finanzindustrie lässt man Geschäfte erst dann fallen, wenn sie kaum mehr rentieren. Bei Axa hat man diesen Punkt offenbar erreicht. Es verbleiben in der Schweiz nur noch fünf Vollversicherer – Tendenz rückläufig. Sie wollen ihren Rundumschutz für KMU nur noch selektiv anbieten.

Den Entscheid von Axa sollte die Politik deshalb als Wink mit dem Zaunpfahl verstehen. Der Gesetzgeber muss sich fragen, ob in den letzten Jahren die Leitplanken in der beruflichen Vorsorge richtig gesetzt worden sind. Nach der im vergangenen September an der Urne gescheiterten Altersvorsorgereform bleibt der Reformbedarf akut.

Maurizio Minetti

maurizio.minetti@luzernerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.