B. Braun will Produktionsmenge in Sempach verdoppeln und investiert 70 Millionen für ein neues Werk

Der Medizinaltechnikhersteller B. Braun in Sempach baut eine neue Produktion. Damit soll die Produktionsmenge verdoppelt werden. Investitionssumme: 70 Millionen Franken.

Christopher Gilb
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Der Medizinaltechnikhersteller B. Braun ist eines der Unternehmen, die in der aktuellen Coronakrise im Fokus stehen. Denn in Sempach wird Händedesinfektionsmittel für professionellen Anwender im Gesundheitswesen auf der ganzen Welt hergestellt. Und die Nachfrage dafür ist bekanntlich derzeit höher als je zuvor.

Doch wie B. Braun Medical Schweiz-CEO Roman Kübler erklärt, sei das Unternehmen bereits in den letzten 10 bis 15 Jahren jährlich rund 8 bis 9 Prozent im Bereich Desinfektionsprodukte gewachsen. «Einerseits durch die steigenden Hygienevorschriften im Gesundheitsbereich, andererseits durch die höhere Sensibilisierung der privaten Verbraucher», so Kübler. Diese Entwicklung sei durch die aktuelle Covid-19-Pandemie beschleunigt, aber nicht erst dadurch ausgelöst worden.

Im bestehenden Werk in Sempach käme der Konzern aber zunehmend an Kapazitätsgrenzen, erklärt Kübler. Was schon länger geplant gewesen sei, hat der Konzern deshalb diese Woche bekanntgegeben: B. Braun investiert 70 Millionen Franken in das neue Werk N.I.C.O. (New Infection Control Organization) am Standort Sempach, das direkt neben dem jetzigen gebaut werden soll, auf einem Grundstück, das sich bereits in Besitz des Unternehmens befindet.

Spatenstich fürs neue Produktionsgebäude in Sempach (v.l.n.r.): Dionne Bussell (Global Marketing & Sales OPM), Bernhard Kobler (Verwaltungsratspräsident), Anne Schwöbel (Mitglied des Verwaltungsrates), Roman Kübler (CEO), Reto Fleischlin (CFO)

Spatenstich fürs neue Produktionsgebäude in Sempach (v.l.n.r.): Dionne Bussell (Global Marketing & Sales OPM), Bernhard Kobler (Verwaltungsratspräsident), Anne Schwöbel (Mitglied des Verwaltungsrates), Roman Kübler (CEO), Reto Fleischlin (CFO)

Bild: PD

Die Baubewilligung wurde bereits erteilt. Erste Bauvorbereitungsarbeiten sind nun ab Mai geplant. «Es ist schön, in einer gesamtwirtschaftlich so schwierigen Lage ein solches Bekenntnis zum Standort abgeben zu können», sagt CEO Roman Kübler.

Sempach war konkurrenzlos

Am Anfang hätten auch andere Ländergesellschaften des Konzerns Interesse angemeldet. «Da Sempach aber das einzige Kompetenzzentrum für den Bereich Desinfektion innerhalb der B.-Braun-Gruppe ist, hat es Sinn gemacht, auch den Neubau hier zu realisieren», sagt Kübler. Zudem gebe es in Sempach eine «hervorragende» Infrastruktur und loyale, qualifizierte Mitarbeitende. «Auch befinden sich viele potenzielle Fachkräfte im Einzugsgebiet. Alles in allem optimale Bedingungen für diesen Ausbau und damit die nachhaltige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandorts Schweiz insgesamt.»

Die neue Produktion, welche die alte sukzessive ersetzen soll, wird trotz ähnlicher Grösse dank moderner Produktionstechnik mittelfristig einen etwa doppelt so grossen Produktionsoutput haben, zudem würden 20 bis 30 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Der offizielle Baustart soll dann bereits diesen Sommer erfolgen. Der Bau sowie die Installation der Produktionstechnologie werde insgesamt rund zwei Jahre beanspruchen. Mit Verzögerungen durch die aktuelle Krise rechnet Kübler nicht.

B. Braun ist seit 1973 in der Schweiz aktiv. Neben Sempach ist der Konzern in Escholzmatt, in Crissier sowie an drei Standorten in der Region Zürich ansässig und beschäftigt schweizweit über 1100 Mitarbeitende. 160 davon sind im Kompetenzzentrum für Desinfektionstechnik in Sempach tätig.