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BAAR: Das Ende der Trumpf-Produktionsstätten steht fest

150 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs, da die Trumpf-Produktion in Baar geschlossen wird. Gestern informierte das deutsche Management über den Sozialplan.
Bernard Marks
Von links: Andreas Möller, Mathias Kammüller, Hans Marfurt und Stefan Gryglewski vom Trumpf-Management an der gestrigen Medienkonferenz.Bild: Bernard Marks (Baar, 10. November 2016)

Von links: Andreas Möller, Mathias Kammüller, Hans Marfurt und Stefan Gryglewski vom Trumpf-Management an der gestrigen Medienkonferenz.Bild: Bernard Marks (Baar, 10. November 2016)

Ganz in Schwarz gekleidet kamen die Mitarbeiter der Trumpf Maschinen AG gestern Morgen zur Arbeit. Ein Zeichen der Trauer, denn der definitive Entscheid über die geplante Schliessung der Produktion in Baar hatte sich herumgesprochen. Nach dem Ablauf des Konsultationsverfahrens wurde gestern die Belegschaft offiziell informiert. «Der Verwaltungsrat hat die Ideen der Mitarbeiter wohlwollend geprüft, doch es bleibt dabei, wir müssen Baar schliessen», sagte Mathias Kammüller, Geschäftsführer der Trumpf-Gruppe und Verwaltungsratspräsident der Baarer Trumpf Maschinen AG, sichtlich betroffen. Sogar ein mögliches Management-Buy-out durch den Mitarbeiter Erich Hunziker, bei dem rund 28 Arbeitsplätze gerettet werden sollten, musste der Verwaltungsrat ausschlagen.

Rund 150 teilweise längjährigen Mitarbeitern droht nun der Verlust ihres Arbeitsplatzes. Erste Kündigungen würden bereits im Dezember ausgesprochen und zum März 2017 wirksam, hiess es gestern. Die Schliessung der Produktion sei für Juni 2017 vorgesehen. Rund 70 Mitarbeiter, die im Marketing arbeiten, sollen in Baar weiterbeschäftigt werden.

Mitarbeiter schnell wieder arbeiten lassen

Die sogenannte Teilschliessung, wie sie Verwaltungsratspräsident Kammüller leicht verharmlosend nannte, lässt sich die deutsche Trumpf-Gruppe etwas kosten. «Der Sozialplan, der in den letzten Tagen ausgearbeitet wurde, kostet uns 10 Millionen Franken», sagte Kammüller. Dies ist grosszügig. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Trumpf wegen der Grösse des Baarer Unternehmens (rund 230 Mitarbeiter) laut Gesetz gar keinen Sozialplan erstellen müsste.

Erst ab einer Grösse von 250 Mitarbeitern schreibt der Gesetzgeber einen Sozialplan vor. «Wir wollen helfen, die Mitarbeiter schnell wieder in Arbeit zu bringen und die finanziellen Folgen unseres Entscheides abzumildern», erläuterte Kammüller. So zahlt die Gruppe den Mitarbeitern, die trotz Kündigung engagiert weiterarbeiten, 35 Prozent des Jahresgehaltes als Anerkennung. Zudem gibt es eine Abgangsentschädigung in Höhe von 20 Prozent des Monatsgehaltes pro Beschäftigungsjahr. Mitar­beiter, die bis Januar 2018 keinen neuen Arbeitgeber gefunden haben, erhalten eine Einmalzahlung von 30 Prozent des Jahresgehaltes. Besondere Reglungen betreffen Mitarbeiter ab dem Alter 60. Diese erhalten ein Wahlrecht, anstelle der Abfindungen die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge an die Sozialwerke zu bekommen. Zudem erhalten sie 30 Prozent ihres Jahresgehaltes. Die Mitarbeiter ab 62 Jahre erhalten bis zum Rentenalter eine Übergangsrente, die den individuellen Pensionsansprüchen entspricht. Den Lernenden werde geholfen, eine neue Lehrstelle zu finden. «20 Betreibe aus der Region haben bereits ihre Unterstützung signalisiert», sagte der CEO der Trumpf Maschinen AG, Hans Marfurt.

Bedauern bei Zuger Behörde

«Dass die Schliessung der Produktion nun definitiv ist, bedaure ich sehr», kommentierte gestern der Zuger Volkswirtschaftsdi­rektor Matthias Michel den Entscheid, betonte aber, dass dies keinen Zusammenhang mit den Zuger Standortbedingungen habe. «Umso wichtiger ist es, dass Trumpf einen grosszügigen Sozialplan vorlegt, auf den ich auch im Gespräch mit der Konzernleitung Wert gelegt habe», sagte Michel. Erfreulich sei, dass für die 17 Lernenden Anschlusslösungen möglich sind.

Mit der Schliessung in Baar werde der einzige noch verbleibende Produktionsstandort der Trumpf-Gruppe in Grüsch aufgewertet, hiess es weiter. Trumpf beschäftigt in Baar und Grüsch aktuell 772 Mitarbeiter. «Eventuell werden einige Mitarbeiter aus Baar nach Grüsch versetzt», erzählt Marfurt. Dies betreffe aber nur rund zehn Mitarbeiter.

Bernard Marks

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