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BAAR: Kleine Scharmützel vor der grossen Schlacht

Während die Öffentlichkeit auf das Urteil im Fall Sika wartet, beschäftigt sich das Kantonsgericht Zug heute mit einer Verantwortlichkeitsklage gegen drei Sika-Verwaltungsräte.
Sika expandiert weiter. Auf dem Bild: Fässer in Düdingen. (Bild: Christian Beutler / Keystone (4. Dezember 2014))

Sika expandiert weiter. Auf dem Bild: Fässer in Düdingen. (Bild: Christian Beutler / Keystone (4. Dezember 2014))

Im Streit um die Macht beim Baarer Baustoffkonzern Sika dürfte es in wenigen Wochen zu einem wegweisenden Urteil kommen. Das Zuger Obergericht wird als zweite Instanz darüber entscheiden, ob die vom Management angewandte Vinkulierung – also das Beschneiden der Stimmkraft der Erbenfamilie Burkard – rechtens war. Das Sika-Management bekämpft damit seit über drei Jahren die Übernahme durch den französischen Baustoffkonzern Saint-Gobain. Dieser will 2,75 Milliarden Franken für den Kauf der ­privilegierten Aktien der Familie Burkard bezahlen, die mit einem Anteil von gut 16 Prozent die Kontrollmehrheit garantieren.

Parallel dazu laufen weitere zivilrechtliche Verfahren. In einem Fall ist eine Verantwortlichkeitsklage gegen die drei Sika-Verwaltungsräte Monika Ribar, Ulrich W. Suter und Christoph Tobler hängig. Heute findet dazu die Verhandlung vor dem Kantonsgericht Zug statt, wie der «Tages-Anzeiger» gestern berichtete. Die Beklagten müssen nicht persönlich erscheinen. Zu einem Entscheid dürfte es noch nicht kommen.

Die Erbenfamilie Burkard mit ihrer Schenker-Winkler-Holding (SWH) verlangt von den drei Verwaltungsräten 5,7 Millionen Franken zurück. Den Betrag gab Sika vor drei Jahren als Auslagen für den Abwehrkampf an. Ein Sprecher der Familie sagte gestern: «Der Betrag beläuft sich mittlerweile auf 17,4 Millionen Franken.» Die Frage sei, ob angesichts einer Rechtsfrage – die Anwendung der Vinkulierung – der Sika-Verwaltungsrat befugt sei, «einen zweistelligen Millionenbetrag für PR auszugeben», wie der Sprecher der Familie sagt. Den Betrag reklamiere die SWH nicht für sich, «sondern diese Summe müsste von den verantwortlichen Verwaltungsräten an die Sika zurückbezahlt werden». Ein Sika-Sprecher sagt dazu: «Unseres Wissens ist es das erste Mal, dass Verwaltungsräte einer derart erfolgreichen Firma ‹zur Verantwortung› gezogen werden. Das Gericht wird beurteilen, ob tatsächlich eine wie von SWH behauptete Pflichtwidrigkeit vorlag.»

Dabei hat die Familie Burkard selbst seit dem Beginn des Streits auch viel Geld für PR ausgegeben. Ausserdem sieht sie sich ebenfalls mit einer Verantwortlichkeitsklage konfrontiert. Die Minderheitsaktionäre Bill & Melinda Gates Foundation und Cascade fordern, dass Verwaltungsrat Urs Burkard die Sika für Aufwendungen entschädigt, die ihr wegen seiner Aktivitäten, die zur geplanten Transaktion mit Saint-Gobain geführt haben, entstanden sind. Gemäss den Klägern ist Burkard der Urheber des geplanten Verkaufs. Trotzdem habe er öffentlich verlauten lassen, dass das Engagement der Familie Burkard ungebrochen sei.

Maurizio Minetti

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