Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BAAR: Rekordjahr für Sika - auch dank Zukäufen

Der Baarer Bauchemiekonzern vermeldet das beste Jahr seiner Geschichte. Dies auch dank Akquisitionen. Bezüglich des Übernahmestreits bleibt das Management vorsichtig optimistisch.
Livio Brandenberg
Für die Fassade des «gedrehten» Evolution Towers in Moskau lieferte Sika im letzten Jahr Kleb- und Dichtstoffe. (Bild: PD)

Für die Fassade des «gedrehten» Evolution Towers in Moskau lieferte Sika im letzten Jahr Kleb- und Dichtstoffe. (Bild: PD)

Livio Brandenberg

Es sind inzwischen traditionell gute Monate Anfang Jahr für den Zuger Bauchemie- und Klebstoffhersteller Sika. Denn wenn die Verantwortlichen das Geschäftsergebnis präsentieren, folgen in letzter Zeit Rekorde im Jahresrhythmus. So auch gestern: 2017 erwirtschaftete Sika unter dem Strich einen Rekordgewinn von 649 Millionen Franken (siehe Box). Letztes Jahr waren es – damaliger Rekord – noch 566 Millionen gewesen. Und auch beim Umsatz ging es weiter nach oben: Mit 6,248 Milliarden liegt dieser um 8,7 Prozent höher als im Vorjahr (5,748 Milliarden). In Lokalwährungen resultierte sogar ein Wachstum von 9 Prozent.

Vor Analysten und den ­Medien sagte Konzernchef Paul Schuler gestern in Zürich, man sei «sehr stolz» auf das gute Jahresergebnis. Und strich heraus, dass alle Marktregionen ihren Beitrag dazu geleistet hätten. In Nordamerika etwa knackte Sika beim Umsatz zum ersten Mal die Milliardengrenze. Etwas weniger rund läuft es allerdings in Brasilien, Chile oder Peru. Dort fehlten schlicht die grossen Bauprojekte. Wachsen wolle man aber weiter in hohem Tempo. «Uns helfen die Megatrends wie das verdichtete Bauen in den Städten oder auch die heute verlangten höheren Gebäudestandards, was Sicherheit oder Umweltverträglichkeit angeht», so Schuler. Es sei nicht eine Frage, «ob wir weiter wachsen, sondern wie schnell und wie nahe beim Kunden».

Besseres Angebot an die Familie möglich

Gewachsen ist Sika im vergangenen Jahr nicht zuletzt dank den getätigten Zukäufen, auch im Vergleich zu den Vorjahren (siehe Grafik). Insgesamt sieben Firmen wurden in den Konzern integriert. Heute arbeiten weltweit 18 484 Mitarbeitende für Sika – das sind über 1000 mehr als noch vor einem Jahr. Schuler strich gestern zwar das «starke organische Wachstum» heraus, doch auch das Umsatzwachstum durch Zukäufe stieg deutlich an – um 153 Millionen Franken.

Man habe Firmenzukäufe ­immer «als Plattform gebraucht, um zu wachsen, näher zum Kunden zu kommen und Wissen ins Unternehmen zu holen», so Schuler. Zu den wichtigsten Akquisitionen von Sika gehörten im letzten Jahr einerseits der deutsche Autozulieferer Faist ChemTec. Die Firma ist ein führender Hersteller von Produkten zur Dämpfung von Körperschall in Fahrzeugen. Mit dem Kauf kamen rund 190 Millionen Franken Umsatz in den Sika-Konzern. Aber auch in den USA griffen die Baarer zu: Ende Dezember übernahmen sie Emseal Joint Systems, ein Entwickler und Hersteller von hochleistungsfähigen ­Expansionsfugenprodukten mit einem Umsatz von umgerechnet 40 Millionen Franken. Übernahmen bleiben laut CEO Schuler weiterhin ein Fokus von Sika. Der zu grossen Teilen stark frag­mentierte Bauchemiemarkt biete dazu beste Möglichkeiten.

Neben Übernahmemöglichkeiten liessen auch Grossprojekte, in die Sika involviert ist, einen überaus positiven Ausblick auf das laufende Jahr und die darauf folgenden zu, so Schuler. So sei man etwa beim Bau des neuen höchsten Gebäudes der Welt, dem Dubai Creek Harbour Tower dabei und liefere Abdichtungssysteme, die Gebäude gegen eindringendes Wasser schützen. Ein weiteres Prestigeprojekt ist der Bau des neuen Istanbuler Flughafens, für den der Baarer Konzern Betonmischungen und ebenfalls Abdichtungssysteme beisteuert. Das Wachstum gehe also ungebremst weiter. Schuler: «Die ersten zwei Monate dieses Jahr waren sehr solide, ohne Zukäufe.»

Zum seit nunmehr über drei Jahre andauernden Übernahmestreit gab es gestern keine Neuigkeiten. Es gebe sporadisch Gespräche zwischen der Erbenfamilie Burkard, die ihre Aktienanteile von 16,1 Prozent und damit die Kontrolle über Sika an die französische Saint-Gobain verkaufen will, und dem Verwaltungsrat. «Ich bin zuversichtlich, dass die Familie sich schlussendlich entscheiden wird, dass die Perle Sika in der Schweiz bleiben und nicht nach Frankreich verkauft werden soll», sagte Schuler. «Die guten Ergebnisse und der steigende Aktienkurs eröffnen uns die Möglichkeit, der Familie ein gutes Angebot zu unterbreiten. Wir können einen besseren Preis als Saint-­Gobain offerieren.» Die Sika-­Aktie verlor gestern 0,7 Prozent und schloss bei 7720 Franken.

Bild: Grafik: Martin Ludwig

Bild: Grafik: Martin Ludwig

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.