Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Baarer Envion war laut Finma «illegal tätig»

Bereits im Juli war die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) auf Envion aufmerksam geworden und hatte ein Enforcement-Verfahren eröffnet. Nun wurde die Untersuchung abgeschlossen.
In solchen Containern führte Envion die energieintensive Schürfung von Kryptowährungen durch. (PD)

In solchen Containern führte Envion die energieintensive Schürfung von Kryptowährungen durch. (PD)

Angetreten war das Baarer Start-up Envion, um die Schaffung von Kryptowährungen, das sogenannte Mining, zu dezentralisieren. In mit günstigem Strom versorgten Containern sollte die äusserst energieintensive Schürfung der virtuellen Währungen einst stattfinden. Dafür hat das Unternehmen bis vor einem Jahr bei Investoren rund 100 Millionen Dollar eingesammelt. In der Folge zerstritten sich die Gründer und der CEO Matthias Woestmann, was im November schliesslich zur Liquidation der jungen Firma führte.

Bereits im Juli wurde die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) auf Envion aufmerksam und eröffnete ein Enforcement-Verfahren. Die Untersuchung wurde nun abgeschlossen. Dabei sei festgestellt worden, dass die Gesellschaft im Rahmen eines Initial Coin Offerings (ICO) von mindestens 37 000 Anlegern unerlaubt Publikumseinlagen in der Höhe von über 90 Millionen Franken ohne finanzmarktrechtliche Bewilligung entgegengenommen habe, teilte die Finma gestern mit. Von den Investoren, die nun um ihr Geld bangen, soll rund ein Drittel aus der Schweiz stammen.

Verwaltungsrat sieht sich entlastet

Gemäss Finma sei Envion unter dem Strich illegal tätig gewesen und habe das Aufsichtsrecht schwer verletzt. Die Bedingungen der in einer anleiheähnlichen Form ausgestalteten Token, des ICO, seien nicht für alle Investoren einheitlich gewesen, die Emissionsprospekte hätten die gesetzlichen Mindestanforderungen nicht erfüllt, und es habe die gesetzlich vorgeschriebene Revisionsstelle gefehlt. Zudem sei die Entgegennahme von US-Dollar sowie der Kryptowährungen Ethereum und Bitcoin nur mit einer Bewilligung als Bank erlaubt, hält die Finma weiter fest.

Der Verwaltungsrat von Envion sieht sich vom Finma-Bericht entlastet, wie Woestmann gestern in einer Reaktion schrieb. Der Verwaltungsrat habe sich bei der Entgegennahme von Publikumseinlagen auf die Beratung von Anwaltskanzleien verlassen, insbesondere was die korrekte Erstellung der Emissionsunterlagen anbetrifft, so Woestmann weiter. Eine Zweckentfremdung von Vermögenswerten liege daher nicht vor. (sda/rab)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.