Baarer Firma verliert ihr Pharma-Monopol

Das Pharmaunternehmen Phoenixus ist nicht mehr der alleinige Hersteller des Medikaments Daraprim.

Federico Gagliano
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Phoenixus-Gründer Martin Shkreli.

Phoenixus-Gründer Martin Shkreli.

Seth Wenig/AP
(New York, 4. August 2017)

Das Pharmaunternehmen Phoenixus ist nicht mehr der alleinige Hersteller des Medikaments Daraprim. Weitere Schlappe für den Pharmaunternehmer Martin Shkreli: Die Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde der Vereinigten Staaten (FDA) hat eine Generikaversion des Medikaments Daraprim genehmigt, wie das «Wall Street Journal» berichtet. Damit verliert Shkrelis Firma Phoenixus, die früher den Namen Turing Pharmaceuticals trug, das Monopol, das es seit 2015 innehatte. Shkreli sorgte damals für Schlagzeilen, weil er sich die Rechte für Daraprim gesichert und den Preis einer Pille von 13.50 auf 750 Dollar erhöht hatte. Daraprim wird für die Behandlung von Infektionen verwendet, die besonders für Schwangere oder HIV-Patienten schädlich sein können.

Preis der Generikaversion noch nicht bekannt

Nun darf das US-amerikanische Unternehmen Cerovene ein identisches Produkt herstellen. Wie teuer die Generikaversion sein wird, ist noch nicht bekannt. Die FDA hatte 2017 Massnahmen ergriffen, um Monopole wie jenes im Fall von Phoenixus zu verhindern. Die Genehmigung für Cerovene sei eine Folge davon, gab die FDA bekannt. Shkreli hatte zuvor angeblich versucht, die Genehmigung zu blockieren, obwohl die Patente bereits seit Jahren abgelaufen waren. New Yorks Staatsanwaltschaft und die Handelsbehörde FTC reichten deshalb Ende Januar bei einem Gericht in Manhattan Klage wegen Verstosses gegen das Wettbewerbsrecht ein. Shkreli und Phoenixus-Verwaltungsratspräsident Kevin Mulleady wird unter anderem vorgeworfen, Konkurrenten den Zugang zu einem Wirkstoff versperrt zu haben, der für die Herstellung von Daraprim nötig ist. Shkreli weist die Anschuldigungen zurück. Der von der BBC als «meistgehasster Mann der Welt» bezeichnete Pharmaunternehmer sitzt bereits im Gefängnis: 2017 wurde er wegen Wertpapierbetrugs schuldig gesprochen und zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt. Trotzdem scheint er immer noch vom Gefängnis aus Einfluss auf seine Firma zu nehmen. Im März des vergangenen Jahres wurde er deswegen in Einzelhaft untergebracht.

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