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BAAR/LONDON: Glencore meldet sich zurück

Der Rohstoff- und Minenkonzern hat den Weg aus der Krise gefunden. Im Geschäftsjahr 2016 schreibt Glencore einen Reingewinn von 1,4 Milliarden Dollar. Für die Aktionäre gibt es wieder eine Dividende.
Ernst Meier
Eine Kohlemine von Glencore im australischen Bundesstaat New South Wales. (Bild: Brendon Thorne/Getty (Singleton, 3. Oktober 2015))

Eine Kohlemine von Glencore im australischen Bundesstaat New South Wales. (Bild: Brendon Thorne/Getty (Singleton, 3. Oktober 2015))

Ernst Meier

ernst.meier@luzernerzeitung.ch

Die Rechnung geht für Ivan Glasenberg einmal mehr auf. Der Glencore-Chef, der sein Unternehmen 2011 an die Börse brachte, dieses wenig später mit dem Bergbaukonzern Xstrata fusionierte und danach hochverschuldet in eine Rohstoffkrise schlitterte, präsentierte vor einem Jahr noch einen Verlust von knapp 5 Milliarden Dollar. Ungewohnt für Glencore: Eine Dividende gab es keine, defizitäre Sparten wie der Agrarbereich wurden darauf verkauft, und weltweit fielen Tausende Stellen weg. Am Konzernsitz in Baar wurden gegen 20 Arbeitsplätze gestrichen. Nun scheint die Krise überwunden. Glasenberg hat 2016 ohne zu zögern Schulden abgebaut. Die teils radikalen Massnahmen zeigen bereits Wirkung. Zudem profitierte Glencore von der Erholung der Rohstoffpreise. Die gestern präsentierten Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 sind sehr gut, von Seiten der Analysten gab es sogar das Prädikat «exzellent».

Glencore weist für das Geschäftsjahr 2016 einen Reingewinn von 1,4 Milliarden US-Dollar aus. Der operative Gewinn stieg um 81 Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar. Der Umsatz erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um knapp 4 Prozent auf 152,9 Milliarden Dollar.

Glasenberg zeigte sich denn gestern auch bestens gelaunt, als er zusammen mit seinem Finanzchef Steve Kalmin zur Telefonkonferenz lud. Die Geschäftszahlen ratterte er – wie auch in anderen Jahren – im Eilzugstempo runter. Kommentare gab es wenige und wenn, dann waren es meist positive Aussagen. «Glencore ist seit dem Börsengang und der Übernahme von Xstrata so gut aufgestellt wie noch nie», bilanzierte der Doppelbürger (Südafrika/Schweiz). Für das aktuelle Geschäftsjahr bleibt Glasenberg ebenfalls zuversichtlich. «Unsere Fundamentaldaten haben sich weiter verbessert. Dadurch können wir unseren Aktionären einen deutlichen Wertzuwachs erwirtschaften», so der 60-jährige Glencore-CEO und -Verwaltungsrat.

Wer in der Krise im letzten Jahr bei Glencore eingestiegen ist, durfte sich freuen. Die Aktie hat sich innerhalb eines Jahres im Wert mehr als verdoppelt. In diesem Jahr stieg sie um über 20 Prozent. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Glencore-Aktie immer noch nicht dort steht, wo sie beim Börsengang im Mai 2011 einst eröffnete. Wer seit Beginn Glencore treu blieb, der verzeichnet bei der Depotposition immer noch einen Verlust von über einem Drittel. Als Wachstumstitel kann sich Glencore deshalb noch lange nicht bezeichnen, auch wenn die Aktionäre in der Vergangenheit meistens mit grosszügigen Dividenden, vereinzelt auch mit steuerfreien Zahlungen entschädigt wurden.

Laut Bankanalysten hat Glencore im vergangenen Jahr seine Hausaufgaben gemacht. Die Nettoverschuldung wurde per Ende 2016 um 40 Prozent auf 15,5 Milliarden Dollar reduziert, hiess es gestern. Weiter wiesen die Glencore-Analysten auf die stark gestiegenen Rohstoffpreise hin. Kohle habe sich massiv verteuert. Das habe eine Hebelwirkung für die Glencore-Umsätze zur Folge, weil das Unternehmen einer der grössten Kohleförderer und -händler ist. Auch die Preise für Zink, Kupfer und Eisenerz schossen 2016 deutlich nach oben, während sich Erdöl langsam verteuerte. Das Bankhaus Merrill Lynch sieht Glencore heute wieder in einer gesunden Verfassung. Es empfiehlt die Aktie zum Kauf. Auch RPC-Capital sieht weiteres Potenzial. Allgemein hiess es, dass Glencore dank der Schuldensanierung und operativen Erholung bald wieder Zukäufe ins Auge fassen könne.

Für das vergangene Jahr will Glen­core den Aktionären rund 1 Milliarde Dollar zahlen. Diese Ausschüttung soll in zwei gleichen Tranchen – im ersten und zweiten Halbjahr 2017 – erfolgen.

Bild: Grafik: Janina Noser/LZ

Bild: Grafik: Janina Noser/LZ

Bild: Tabelle: Luzerner Zeitung

Bild: Tabelle: Luzerner Zeitung

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