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BACKWAREN: Hug investiert 50 Millionen

Das Familienunternehmen Hug beginnt im Herbst, den Betrieb in Malters stark auszubauen. Die Produktionsfläche wird nahezu verdoppelt. Wernli in Trimbach geht in zwei Jahren zu.
Rainer Rickenbach
Geschäftsleiter Andreas Hug (Mitte) mit Sohn Fabian Hug und Nichte Anna Hug. (Bild: Dominik Wunderli (Malters, 24. Januar 2018))

Geschäftsleiter Andreas Hug (Mitte) mit Sohn Fabian Hug und Nichte Anna Hug. (Bild: Dominik Wunderli (Malters, 24. Januar 2018))

Rainer Rickenbach

Für das grosse Bauprojekt dreht Hug sogar den Pilatus um. Auf der Computervisualisierung mit dem geplanten «Backhaus» ist im Hintergrund nämlich der ­Luzerner Hausberg aus einer Perspektive zu sehen, wie man ihn von Emmen und nicht von Malters aus zu sehen bekommt. «Der Berg musste einfach so auf der ­Illustration drauf sein», schmunzelte Geschäftsleitungsmitglied Anna Hug gestern an der Bilanzmedienkonferenz des Back­warenherstellers in Malters.

Sie stellte das Aus- und Umbauprojekt auf dem Areal des ­Familienunternehmens vor. Die Investitionen dafür belaufen sich auf 50 Millionen Franken, die Produktionsfläche wird von heute 12 000 auf 23 000 Quadrat­meter beinahe verdoppelt. Der Grund: Hug gibt den «Wernli»-Standort in Trimbach SO auf und produziert ab 2020 zentral am Firmensitz. Anna Hug: «Dadurch lassen sich zahlreiche Synergien erreichen.» Für den Standort Willisau ändert sich nichts, und die Marke Wernli bleibt erhalten.

Baubeginn bereits im nächsten Herbst

Die Grossbäckerei hat sich einen ehrgeizigen Terminplan gesetzt. Im März werden die Pläne freigegeben, die Baubewilligung soll bis Sommer vorliegen, und der Baubeginn ist im Herbst terminiert. In zwei Jahren geht der Umzug von Trimbach nach Malters über die Bühne. Von den 128 Mitarbeitenden im Solothurnischen möchte Hug möglichst viele an den neuen Standort locken. Sie bekamen bereits Gelegenheit, Malterser Luft zu schnuppern, denn ihr Arbeitgeber hatte sie für einen halben Tag eingeladen und ihnen ein Mittagessen spendiert.

«Wir legen die Produktion nicht zusammen, weil wir weniger Leute brauchen, sondern weil wir besser produzieren wollen. Wer aus Trimbach interessiert ist, in Malters weiterzuarbeiten, erhält hier einen Platz», sagte ­Andreas Hug, Geschäftsleiter und Verwaltungsrat. Trotzdem: Von den heute insgesamt 344 Arbeitsplätzen entfallen nach dem Umzug deren 15. Anna Hug: «Wir sind zuversichtlich, auf Entlassungen verzichten zu können. Denn in zwei Jahren dürfte es genügend natürliche Fluktuationen geben.» Für Härtefälle richtet das KMU einen Fonds ein.

Die unbebauten Flächen auf dem Firmengelände werden bis 2020 weitgehend verschwinden. Weil sie für den Ausbau nicht ausreichen, sind mehr unterirdische Räumlichkeiten und eine teilweise Aufstockung geplant.

Aus Trimbach werden die ­Anlagen für die Schokoladen­zubereitung und ganze Produktionsstrassen nach Malters gezügelt. Von der Zusammenlegung verspricht sich Anna Hug «massive Vorteile». Die Energiekosten sinken allein schon, weil nicht mehr zwei, sondern nur noch ein Produktionsareal – wenn auch grösseres – mit Strom und weiteren Energiearten zu versorgen ist. Hug nutzt den Umbau als Gelegenheit, dem Betriebsgebäude ein moderneres Energiekonzept zu verpassen: Über Wärmepumpen wird die Abwärme der Backöfen und für den Kältebedarf das Grundwasser genutzt. Andreas Hug: «Wir sparen auf diese Art rund 90 000 Liter Öl pro Jahr.» Zudem entfallen über 90 000 Fahrzeugkilometer, die jährlich zwischen Malters und Trimbach heute noch notwendig sind, und die ganze Logistik wird zentral ­organisiert. «Es ist ein grosses Projekt, das fast die Hälfte eines Jahresumsatzes kostet und für die nächsten 30 bis 50 Jahre die Bedürfnisse unseres Familienbetriebes abdeckt», sagte Anna Hug. Sie wirkt zusammen mit ihrem Cousin Fabian Hug als Vertreterin der fünften Unternehmergeneration in der Firmenführung mit.

Hug hat Wernli vor zehn Jahren gekauft. Sowohl in Trimbach als auch in Malters wurden in den zurückliegenden beiden Jahren bereits insgesamt 20 Millionen Franken in die Produktionsanlagen investiert.

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