Badener kaufen Aarauer «Kettenbrücke»

Wird die Disco zum Viersternehotel? Zwei Investoren haben die Aarauer «Kettenbrücke» gekauft. In Baden betreiben sie erfolgreich das neue Blue City Hotel.

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Kettenbrücke Aarau

Kettenbrücke Aarau

Aargauer Zeitung

Irena Jurinak, Thomas Röthlin

Die beiden Badener Investoren Werner Eglin und Stefan Wetzel haben die «Kettenbrücke» in Aarau gekauft. Seit Anfang November sind sie im Handelsregisterauszug der «Hotel Kettenbrücke AG» als Verwaltungsratsmitglieder aufgeführt. Der Architekt Stefan Wetzel bestätigt auf Anfrage der AZ, dass man die Liegenschaft übernommen habe.

Unter den Vorbesitzern entstanden zwei Projektstudien für das Ausgehlokal. Das Gebäude war im Gespräch als zweiter Verwaltungsstandort für die Stadt Aarau, der dann jedoch in der Hauptpost realisiert wurde. Die zweite Studie sieht ein Viersternehotel mit 40 bis 60 Zimmern vor. Die Aarauer Frei-Architekten entwarfen einen Umbau des bestehenden Gebäudes sowie einen Erweiterungsbau gegen Osten.

«Es ist naheliegend, dass wir die Hotelstudie weiterentwickeln», sagt Wetzel. Noch bestehe allerdings erst ein Vorprojekt. Wie in Baden (siehe Kontext) klärten er und Eglin jetzt zuerst bei den Unternehmen die Bedürfnisse nach Bettenzahl, Preissegment und dergleichen fundiert ab. Den generellen Bedarf eines Viersternehotels in Aarau sieht Wetzel als «absolut» gegeben.

In Baden einiges angepackt

Region und Stadt kennen Werner Eglin seit Jahren als initiativen Investor. Vor 18 Jahren gründete er eine Elektrofirma. Heute ist er Inhaber der Eglin-Gruppe, die 16 Firmen und über 350 Mitarbeitende zählt. 1999 brachte er den legendären «Limmathof» samt «Goldenem Schlüssel» auf Vordermann. Er baute mit Stefan Wetzel das Blue City Hotel, zu dem das Gastlokal Lemon gehört, sowie das Haus am Theaterplatz (beide 2007 eröffnet) mit dem Restaurant Piazza. Ebenso sind sie mit Christoph Wanner in der Baden Event AG (u. a. «Biergarten») aktiv. Eglin baut zurzeit die Badrésidence Hirschen in Ennetbaden und plant in Baden das Trafo-Hotel. (-rr-)

Club bleibt noch zwei Jahre

«Wir sehen uns nicht als Investor, der ein Hotel betreibt. Beim Verwaltungsstandort hätten wir selber investiert», begründet Peter Zubler, einer der Vorbesitzer, den Verkauf. Am Gebäude bestehe mittelfristig Renovationsbedarf, das habe auch die heutige Mieterin, die Clubbetreiberin Pop Art, seit längerem gewusst. Pop Art betreibt seit rund acht Jahren in der «Kettenbrücke» einen Club und die Opium-Lounge.

Der Partyveranstalter hat seine Mitarbeiter über den Verkauf an die Investoren informiert. Was die neuen Pläne betrifft, werde erst noch ein Treffen zwischen Pop Art und den Investoren stattfinden, sagt George Antoniadis. «Zwei bis drei Jahre bleiben wir aber ganz sicher noch hier.» Auch danach werde es auf jeden Fall weitergehen, «wie und wo, ist noch nicht spruchreif». Wetzel bestätigt, die bestehenden Mietverträge würden weiterlaufen.