Bahnhof Niederbipp
Bahnhof gewinnt an Bedeutung

Der Bahnhof Niederbipp erhält eines neues Gesicht. Die Aare Seeland mobil AG investiert 8,9 Millionen Franken in Infrastruktur und Umgebungsarbeiten.

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Daniel Nadig

Daniel Nadig

Solothurner Zeitung

Irmgard Bayard

Das Bahnhofgelände in Niederbipp, inklusive Metergleisspur, Bahnhofgebäude und zwei Gleise der Normalspur, gehören der Aare Seeland mobil (asm). Diese will die Anlage bis 2011 komplett sanieren und neu gestalten. Zudem wird das bestehende Bahnhofgebäude modernisiert, die Fassade saniert. Das Projekt liegt bei den zuständigen Ämtern, Baubeginn ist voraussichtlich im Mai.

«Die Gleisinfrastruktur weist gravierende Mängel auf», begründet Daniel Nadig, Leiter Infrastruktur/Bau bei der asm das Bauvorhaben. Der gesamte Gleis-oberbau bestehe aus verschieden stark verschmutzten Schotterschichten, der Gleisrost sei altersmässig in einem desolaten Zustand, Schienen, Weichen und Schwellen im Bahnhofbereich mehrheitlich 50 Jahre alt oder älter, zählt er einige Mängel auf. «Zudem bestehen die Publikumsanlagen aus einem Mittelperron und sind nur über die Schienen erreichbar.» Dies entspräche weder den heutigen Anforderungen der Kunden noch den Vorschriften.

100-jährige Rangiergleise

Auch die bestehenden Rangiergleise seien zum Teil über 100 Jahre alt und zeigten einen desolaten Zustand. «Die gesamte alte Perronanlage sowie die Rangiergleise der asm korrespondieren auch nicht mit der geplanten Gleisverlängerung nach Oensingen», fasst Nadig zusammen. Für die asm ist der Bahnhof Niederbipp aktuell noch ein Kopfbahnhof. Südlich angrenzend befinden sich die Trassen der SBB, im Norden die Zufahrt zu den Bahnhofanlagen.

Diese erfolgt heute über die Bahnhofstrasse und quert die Gleisanlage der asm, dort wo die Züge von und nach Langenthal und Solothurn ein- und ausfahren. Eine zweite Zufahrt im Norden führt via das Doktorsträssli über die Rangiergleisanlagen der asm. «Beide Übergänge sind nur mit einem Andreaskreuz singalisiert und werden von Fussgängern, Velofahrern, motorisiertem Verkehr und öffentlichem Busverkehr gleichermassen begangen und befahren», weiss Nadig.

«Durch die Totalsanierung der Gleis- und Publikumsanlage und damit verbunden die konsequente Trennung von Schiene und Strasse soll die Verkehrssicherheit für alle erheblich erhöht werden.» Dies ist möglich, weil die asm-Gleise auf die Südseite des Bahnhofgebäudes verlegt werden, parallel zu den SBB-Gleisen.

Die neue, beleuchtete und überdachte Perronanlage grenzt künftig an das Bahnhofgebäude in Richtung Solothurn an. Der Güterbereich östlich des Bahnhofs wird ebenfalls neu gestaltet und den Gegebenheiten angepasst.

Attraktiveres Bahnhofgebäude

Das Bahnhofsgebäude wird kundenfreundlicher gestaltet und erhält einen neuen Wartesaal. Personal- und öffentliche Toiletten werden ins Gebäude integriert. Es entstehen neue Dienst- und Personalräume und die Fassade wird saniert. «Der Kiosk bleibt», sagt Nadig, der jedoch nicht sicher ist, wie lange dieser noch betrieben werden kann.

«Es wird für Kioskbetreiber immer schwieriger, weil die Konkurrenz, zum Beispiel durch die Tankstellenshops wächst.» Ein Laden sei aber nicht geplant. Für die Sicherheit ist auch im neuen Bahnhof gesorgt. «Die Videoanlage bleibt installiert», so Nadig. «So wie wir alle Bahnhöfe damit ausrüsten.» Man habe damit gute Erfahrungen gemacht, nicht nur in Bezug auf Problemgruppen auf dem Gelände.

Weitere Bauprojekte

Das Perron des asm-Bahnhofs in Langenthal wird teilweise erhöht, das Dach verlängert. Die Niederbipper Station Scharnagel erhält ebenfalls ein höheres Perron. Damit ist an beiden Orten ein niveaufreier Ein- und Ausstieg gewährleistet. Diese Bauarbeiten beginnen im September. (iba)

Sobald die neue Bahnanlage steht, fahren die asm-Züge auf den neuen Gleisen. «Dies erfordert eine kurze, intensive Bauphase», so Nadig. «Damit der Einsatz eines Busses als Bahnersatz nur kurzfristig nötig wird.» Die bisherigen asm-Gleise werden rückgebaut, das Gelände in einem späteren Zeitpunkt zusammen mit der Gemeinde neu gestaltet. Für die drei Projekte - Umbau Gleis und Perron, Sanierung Bahnhofgebäude und Neugestaltung Areal - investiert die asm 8,9 Millionen Franken.