BANKEN: Hypotheken: Banken provozieren den Bund zum Handeln

Mit der lockeren Hypothekenvergabe könnte es bald zu Ende sein. Nach dem Scheitern der Gespräche zwischen Banken und Behörden wird der Bundesrat über eine Verschärfung des Regimes entscheiden.

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Der Traum vom Eigenheim wird sich möglicherweise künftig schwerer verwirklichen lassen. (Bild: Getty)

Der Traum vom Eigenheim wird sich möglicherweise künftig schwerer verwirklichen lassen. (Bild: Getty)

bbp. Die Schweizerische Bankiervereinigung fühlt sich von der Finma und der Nationalbank ungebührlich unter Druck gesetzt, die Selbstregulierung bei der Vergabe von Hypotheken zu verschärfen. «Wir haben deshalb die Gespräche gestoppt», gab der CEO des Bankendachverbands, Claude-Alain Margelisch, diese Woche vor Journalisten bekannt. Nun droht das Einschreiten des Bundes.

Grosse Risiken für Kreditnehmer

Serge Gaillard, Direktors der Eidgenössischen Finanzverwaltung (EFV), macht keinen Hehl daraus, dass er bei Banken Handlungsbedarf sieht. Die Zunahme der Hypothekarkredite habe sich in der Schweiz zwar etwas abgeschwächt, sagte er auf Anfrage. Doch die Unsicherheiten auf dem Immobilienmarkt wachsen. Die Banken seien zwar bei der Hypothekenvergabe etwas vorsichtiger geworden, noch immer gebe es aber grosse Unterschiede, sagt Gaillard weiter. Nach wie vor sei es zudem so, dass 40 Prozent der neuen Kreditnehmer im Falle eines Zinsanstiegs auf 5 Prozent in finanzielle Schwierigkeiten gerieten, weil die Zinslast ein Drittel ihres Einkommens übersteigen würde. Auf Antrag der Notenbank hatte der Bundesrat die Banken in zwei Schritten verpflichtet, die Wohnbauhypotheken vorübergehend mit mehr Eigenmitteln zu unterlegen. Das erhöht die Widerstandskraft der Banken im Falle eines Crashs auf dem Immobilienmarkt und wurde auch schon mit einem Airbag im Auto verglichen.

Hypotheken-Nachfrage bremsen

Nötig halten die Behörden darüber hinaus aber auch Massnahmen, die die Nachfrage nach Hypothekarkrediten bremsen. «Nachdem die Banken leider nicht bereit sind, die Selbstregulierung nachzubessern, ist eine neue Lagebeurteilung nötig», sagt Gaillard.