Kommentar

Banken müssen kreativer werden

Die Lage für regional verankerte Banken wird zunehmend ungemütlich. Nichtstun ist aber keine Option.

Maurizio Minetti
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Maurizio Minetti

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Die meisten Kantonalbanken der Region Zentralschweiz und einige weitere lokal verankerte Institute haben in den letzten Tagen ihre Jahresabschlüsse vorgelegt. Die Resultate sind zwar nicht immer vergleichbar, dennoch gibt es einige Gemeinsamkeiten: Das Kerngeschäft mit Zinsen bleibt unter Druck und kann nur mit Volumenausweitungen forciert werden. Hypotheken werden stark nachgefragt und auch vergeben. Und klassische Filialen fallen vermehrt der Digitalisierung zum Opfer.

Das gute Börsenjahr 2019 täuscht etwas darüber hinweg, aber die Lage für regional verankerte Banken wird zunehmend ungemütlich. Sie gelten zwar als solide und können sich über Kundengelder oder über eine Rekordzahl von Genossenschaftsmitgliedern freuen. Doch das Geld der Kunden ist mit der aktuell verkehrten Zinssituation längst nicht mehr so willkommen wie früher. Weil die Margen schrumpfen, sind die Banken darauf angewiesen, mit den Mitteln vernünftig umzugehen – sonst müssen sie Gebühren bei der Nationalbank bezahlen.

Diese Situation zwingt die Banken dazu, kreativer zu werden. Denn die Zinseinnahmen werden auf absehbare Zeit nicht mehr sprudeln. Einige Regionalbanken bauen darum die Vermögensverwaltung aus, andere setzen etwa auf digitale Dienstleistungen. Die eine oder andere Bank wird sich dadurch vielleicht eine blutige Nase holen. Nichtstun ist aber keine Option, wenn die Banken im hart umkämpften Finanzgeschäft relevant bleiben wollen.

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