Crealogix
Bankensoftware-Hersteller Crealogix: Trotz tieferem Umsatz höherer Gewinn

Der Zürcher Hersteller von E-Bankinglösungen rechnet mit einem stagnierenden Umsatz in der zweiten Jahreshälfte. Das erste Halbjahr hatte einen Umsatzrückgang gebracht.

Matthias Niklowitz
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Bankensoftwarehersteller Crealogix: Im ersten Halbjahr minus 4 Prozent Umsatz

Bankensoftwarehersteller Crealogix: Im ersten Halbjahr minus 4 Prozent Umsatz

KEYSTONE

Der auf die Bankenbranche spezialisierte Zürcher Hersteller von E-Bankinglösungen verzeichnete im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres (per Ende Dezember 2012) einen Umsatzrückgang um 3,8 Prozent auf 24,6 Millionen Franken. Das teilte Crealogix am Freitagmorgen mit. Gesteigert werden konnte der Gewinn.

Auf Stufe Ebitda (Betriebsgewinn vor Steuern, Amortisation und Abschreibungen) stieg der Gewinn um 8,6 Prozent auf 2,6 Millionen Franken. Der Betriebsgewinn stieg um 11 Prozent auf 2,1 Millionen Franken. Im Vergleich zum Vorjahr konnte auch die Marge deutlich ausgeweitet werden. Die Ebit-Marge sei im Branchenvergleich «gut».

Unter dem Strich blieb ein Konzernergebnis von 1,4 Millionen Franke, entsprechend 5,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Weiter gestiegen ist die Eigenkapitalquote. Die liegt jetzt bei 76,6 Prozent. Ende 2011 hatte sie bei 71,3 Prozent gelegen.

Die Strategie, Softwareprodukte selbst zu entwickeln und sie im In- und Ausland auch selbst zu vermarkten, habe sich bewährt.

Sowohl die Lizenzerträge als auch die wiederkehrenden Einnahmen durch Wartungs- und Supportverträge seien kontinuierlich gewachsen. Deshalb investiere die Gruppe in die Produktentwicklung. Zurzeit beschäftigt Crealogix alleine im Bereich der angewandten Forschung und Entwicklung über 50 Mitarbeitende.

Das Geschäft im Bereich E-Banking sei dem härter werdenden Konkurrenzkampf und der konjunkturellen Unsicherheit im Finanzmarkt ausgesetzt, schreibt das Unternehmen weiter. Trotzdem habe sich dieser Bereich gut entwickelt.

«Die bestehenden Kunden sind Crealogix treu geblieben, und es konnten neue, bedeutende Kunden hinzugewonnen werden», heisst es. Die im Oktober 2012 erfolgte Übernahme des softwaregestützten Beratungsgeschäfts der «C1FinCon» in Deutschland habe die Angebotspalette von Crealogix um den «AdviceManager» erweitert.

Damit sei Crealogix eine deutliche Markterweiterung in Deutschland gelungen. Mittlerweile gebe es in Europa über 7 Millionen Nutzer, die ihre täglichen Bankgeschäfte über Systeme von Crealogix abwickeln.

Auch das Geschäft mit Produkten und Dienstleistungen im Bildungsbereich habe sich erfreulich entwickelt. Mit drei der grössten Fachhochschulen der Schweiz ist Crealogix eine strategische Kooperation eingegangen.

Dies habe die starke Position in der Schweiz als Anbieter von Campus-Management-Systemen für die Fachhochschulen weiter gestärkt. «Erfreulich ist auch die Expansion in Deutschland, wo Crealogix sich auf das Produkt CLX.Evento-Planer konzentriert, eine Lösung zur automatischen Erstellung komplexer Stunden- und Ressourcenpläne für gesamte Universitätscampusse mit mehreren Tausend Studierenden», heisst es in der Mitteilung weiter.

Aufgrund der weltweiten Konjunkturschwäche und den damit zusammenhängenden Unsicherheiten in den Absatzmärkten sowie in Berücksichtigung der Entwicklungsaktivitäten rechnet das Unternehmen für das zweite Halbjahr 2012/2013 «noch nicht mit einem ausgeprägten Wachstum».

Diese Zeit der Verunsicherung und Zurückhaltung in den Märkten werde genutzt, um die Produkte weiter zu verbessern und das Produkte-Portfolio zu verfeinern. «Dies wird im zweiten Halbjahr (1. Januar bis 30. Juni 2013) die Profitabilität belasten», schreibt das Unternehmen.

Im Sinne einer langfristigen Wachstumsstrategie würden weiterhin interessante Akquisitionsmöglichkeiten sowohl in der Schweiz wie auch im Ausland geprüft.

An der Schweizer Börse wurde die Aktie in den ernsten beiden Handelsstunden nicht gehandelt. Der letzte bezahlte Kurs liegt bei 100 Franken.