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Bankgebühren bleiben für viele Kunden ein Ärgernis

Streitigkeiten um Gebühren und Kommissionen bleiben ein Dauerbrenner, sagt der Schweizerische Ombudsmann Marco Franchetti. Das hat auch mit der Nullzinspolitik der Nationalbank zu tun.
Daniel Zulauf
Ombudsmann Marco Franchetti bei einer Medienkonferenz in Zürich. (Walter Bieri/Keystone, 2. Juli 2015)

Ombudsmann Marco Franchetti bei einer Medienkonferenz in Zürich. (Walter Bieri/Keystone, 2. Juli 2015)

Das Jahr 1993 hat in der Geschichte der Schweizer Banken eine besondere Bedeutung. Nicht, weil die Bankiervereinigung in jenem Jahr eine unabhängige Streitschlichtungsstelle ins Leben gerufen hat, wie der aktuelle Ombudsmann Marco Franchetti an der gestrigen Jahresmedienkonferenz in Zürich erinnerte. Einen speziellen Platz in den Annalen der Kreditwirtschaft hat das Jahr 1993 vielmehr, weil damals das Gebührenkartell aufgehoben wurde.

Während Jahrzehnten zahlten Herr und Frau Schweizer bei jedem Institut gleich viel für Kontoführungen, Überweisungen und natürlich auch für Börsengeschäfte. Doch fehlender Wettbewerb führt erfahrungsgemäss zu überhöhten Preisen und schlechteren Leistungen.

Simple Dienstleistungen kosten 60 Franken im Jahr – oder mehr

Im ersten Jahr nach dem «Big Bang» hielt sich die Freude der Kunden allerdings in Grenzen – von einem Gebührendschungel war die Rede. Bundesrätin Simonetta Sommaruga, damals noch Geschäftsführerin der Schweizerischen Konsumentenstiftung, forderte mehr Transparenz. Nur die in den Geschäftsbedingungen erwähnten Gebühren und Kommissionen dürften den Kunden verrechnet werden. Änderungen der Preise seien mindestens 14 Tage im Voraus bekannt zu geben. Obschon solche Forderungen nicht mehr erhoben werden, weil sie heute eine Selbstverständlichkeit sind, gehören Streitigkeiten um Gebühren und Kommissionen noch heute zum Kerngeschäft des Ombudsmanns.

Gebühren seien ein «Dauerbrenner», sagte Franchetti. Umstritten sei dabei häufig, ob Gebühren vertragskonform eingeführt respektive angepasst wurden. Eine im Ausland lebende Kundin stellte beispielsweise fest, dass ihr nach Auflösung ihres Sparkontos kein Guthaben, sondern eine Forderung verblieben war. Die Bank hatte die Gebühren massiv erhöht und die entsprechenden Mitteilungen in die banklagernde Post gelegt, wo sie ungelesen liegen blieben.

Die verdutzte Frau wandte sich an den Ombudsmann, der die Bank zur Rückerstattung eines grossen Teils der aufgelaufenen Gebühren bewegen konnte. Der Fall zeigt exemplarisch, dass die Gebühren im Zug der Nullzinspolitik der Nationalbank auch ökonomisch eine erhebliche Bedeutung erlangt haben. Während die Führung eines Privatkontos 1994 bei den meisten Banken noch gratis war, kostet diese simple Dienstleistung heute bei vielen Instituten 60 Franken im Jahr oder mehr.

Änderung durch neues Finanzdienstleistungsgesetz

Franchettis Sammlung zeigt Fälle, bei denen die Streitbeträge deutlicher höher liegen. Von den 2027 Fällen, welche die Ombudsstelle 2017 abschliessen konnte, bezogen sich 54 Prozent auf die Sachgebiete Konti, Zahlungsverkehr und Karten. Insgesamt stagniert die Zahl der Anfragen beim Ombudsmann seit einigen Jahren um das aktuelle Niveau. Franchetti wertet dies als Beleg für den «hohen Bekanntheitsgrad» der Schlichtungsstelle. Der Test steht allerdings noch aus. Unter dem neuen Finanzdienstleistungsgesetz werden die Banken jeden Neukunden auf die Existenz der Ombudsstelle hinweisen müssen. Dann wird sich zeigen, wie hoch der Bekanntheitsgrad der Ombudsstelle heute wirklich ist.

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