Shutdown

Bär-Chefanalyst zum Shutdown: «Zum Supergau kam es noch nie»

Die Schliessung der Verwaltung führt dazu, dass in den USA 800000 Staatsangestellte auf der Strasse stehen. Christian Gattiker, Chefanalyst der Bank Julius Bär, erläutert, wie sich der Entscheid auf US-Wirtschaft und den Schweizer Franken auswirkt.

Roman Seiler
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Geschlossene Museen und öffentliche Posten: Die USA steht still

Geschlossene Museen und öffentliche Posten: Die USA steht still

Keystone

Herr Gattiker, gerade machten sich erste Anzeichen eines Aufschwungs bemerkbar. Was heisst nun die Schliessung der öffentlichen Verwaltung für die Wirtschaft in den USA?
Christian Gattiker: Vorderhand noch wenig. Die Auswirkungen hängen davon ab, wie lange die Schliessung der US-Verwaltung dauert. Dazu kommt die Frage, ob die Gehälter an die Staatsangestellten nach der Wiedereröffnung auch für die Phase der Schliessung ausbezahlt werden, wie dies auch schon der Fall war.
Ab welcher Dauer wird es kritisch?
Dauert die Schliessung weniger als drei Wochen, wird sich das in der Konjunkturstatistik nicht niederschlagen. Insbesondere, wenn die Gehälter lückenlos bezahlt werden. Dann sind die Läden an Thanksgiving im November wieder proppenvoll. Dauert es jedoch länger als bis Oktober, wird es kritisch.
Warum?
Dann greift die Schuldenobergrenze. Dann würden die USA nur von den Einnahmen leben, ohne neue Schulden aufnehmen zu können. Das würde bedeuten, dass das Budget über Nacht um rund 16 Prozent schrumpft. So hoch ist die derzeitige Finanzierungslücke. Das würde die Staatsausgaben entsprechend einschränken. Das würde aber vor allem das den Republikanern wichtige Verteidigungsbudget tangieren. Das ist für gemässigte Republikaner ein Anreiz, das Budget gelegentlich abzusegnen und die Blockade aufzugeben.