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BARGELD: Die Aufholjagd der Zweihunderternote

Auch 2016 ist der Notenumlauf deutlich stärker als die Wirtschaft gewachsen. Rätsel gibt der Boom der Zweihunderternoten auf.
Balz Bruppacher
Bild: Garfik: LZ

Bild: Garfik: LZ

Balz Bruppacher

Ungeachtet der Kontroversen über das Bargeld hat der Umlauf der Schweizer Banknoten im letzten Jahr einmal mehr neue Rekordwerte erreicht. Der Blick in die jüngste Statistik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zeigt neben dem erwarteten Sprung bei den Tausendernoten auch Überraschendes: Im Schatten des grössten Notenabschnitts hat sich die 200-Franken-Note zu einem Renner entwickelt. Ende 2016 waren 57 Millionen Zweihunderternoten im Umlauf, entsprechend einem Wert von 11,4 Milliarden Franken. Das waren 9,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die prozentuale Zunahme war damit stärker als bei den Tausendernoten, deren Umlauf sich innert Jahresfrist um 6,7 Prozent auf den neuen Höchststand von 48,3 Milliarden Franken erhöhte.

Wie erklärt sich der sprunghafte Anstieg der Zweihunderternoten, nachdem die Entwicklung im Vorjahr noch deutlich hinter jener der Tausender­noten zurückgeblieben war? Die Bargeldspezialisten der Schweizerischen Nationalbank können keine besonderen Gründe nennen. Den Monatszahlen der SNB-Statistik ist zu entnehmen, dass die 200-Franken-Noten vor allem im vergangenen November und Dezember stark gefragt waren. Das war die Phase, als die Debatte über die Abschaffung der grössten Banknote mit der Veröffentlichung des Länderexamens der Geldwäscherei-Arbeitsgruppe Gafi (siehe Ausgabe vom 25. 12. 16) neuen Auftrieb erhielt.

Gerät die Tausendernote in Verruf?

Bundesrat und Nationalbank haben die von prominenten US-amerikanischen Ökonomen unterstützte Forderung nach Abschaffung der Tausendernote bisher zurückgewiesen. Dennoch wäre denkbar, dass die Kontroverse über die angebliche Rolle von grossen Banknoten für das organisierte Verbrechen und die Terrorismusfinanzierung die Nachfrage verändert hat. Und zwar dahingehend, dass jene Leute, die Bargeld unter der Matratze oder anderswo horten, vermehrt zur Zweithunderternote greifen statt zur umstrittenen Tausendernote. «Das ist reine Spekulation», heisst es bei der Schweizerischen Nationalbank dazu. Gegen diese Vermutung könnte ins Feld geführt werden, dass die Aufbewahrung eines «Notbatzens» in Zweihunderternoten erheblich mehr Platz braucht als in Tausendern.

Wer 1 Million Franken in 200-Franken-Noten bunkern möchte, ist mit einem Gewicht von 5,35 Kilogramm konfrontiert. Als Stapel wären die 5000 Noten insgesamt 50 Zentimeter hoch und hätten ein Volumen von 6,29 Litern, wie ein Online-Währungsrechner kalkuliert. 1000 Tausendernoten wiegen demgegenüber bloss 1,14 Kilogramm und haben in einem Gefäss von 1,34 Litern Volumen Platz.

Neue Fünfzigernote stark gefragt

Und noch eine Spielerei: Das Total der 2016 hinzugekommenen 200-Franken-Noten entspricht einem Gewicht von 5,36 Tonnen und benötigt einen Behälter von 6309 Litern Volumen. Gestapelt entstünde ein Turm von gut 500 Metern Höhe. Einfach zu erklären ist der Umstand, dass die 50-Franken-Note letztes Jahr geboomt hat.

Die Nachfrage machte im April einen Sprung, als die Schweizerische Nationalbank als ersten Abschnitt der neuen Banknotenserie die 50-Franken-Note herausgab. Innert Jahresfrist erhöhte sich der Umlauf von Fünfzigernoten um 10,4 Prozent auf insgesamt 2,851 Milliarden Franken. Im kommenden Mai plant die Schweizerische Nationalbank die Ausgabe der neuen 20-Franken-Note, den zweiten Abschnitt der neunten Banknotenserie.

Das Sujet ist noch geheim, wie auch im Falle der weiteren Stückelungen, die bis ins Jahr 2019 folgen werden. Und zwar in folgender Reihenfolge: Zehner-, Zweihunderter-, Tausender- und Hunderternote.

Gefragte Note: Ende 2016 waren 57 Millionen 200-Franken-Noten im Umlauf, 9,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. (Bild: Martin Rütschi/Keystone)

Gefragte Note: Ende 2016 waren 57 Millionen 200-Franken-Noten im Umlauf, 9,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. (Bild: Martin Rütschi/Keystone)

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