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BASEL: «Es ist eine Konsolidierung auf hohem Niveau»

Carl F. Bucherer präsentiert an der Uhren- und Schmuckmesse seine neusten Modelle dem Fachpublikum. Im Interview verrät CEO Sascha Moeri, weshalb die Baselworld für die Branche unerlässlich ist und worauf er mit seinem Unternehmen setzt.
Ernst Meier
Der Carl-F.-Bucherer-Stand an der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld.Bild: PD

Der Carl-F.-Bucherer-Stand an der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld.Bild: PD

Interview: Ernst Meier

ernst.meier@luzernerzeitung.ch

Sascha Moeri, Basel steht seit Donnerstag im Mittelpunkt der Uhrenwelt. Welche Bedeutung hat die Messe für Ihre Branche?

Baselworld ist mit Abstand die wichtigste Schmuck- und Uhrenmesse weltweit. Es werden über 100000 Besucher erwartet. Rund 4000 Journalisten und Blogger aus allen Kontinenten berichten über die Neuigkeiten und Innovationen aus Basel. Zudem sind alle wichtigen Partner und Fachhändler hier.

News aus der Uhrenbranche und zu neu lancierten Modellen verbreiten sich heute auch via Internet und Social Media weltweit innert Kürze. Wie wichtig ist die Messe da noch für einen Anbieter wie Carl F. Bucherer?

Es gab Zeiten, da haben wir an der Baselworld mehr als zwei Drittel unseres Umsatzes erzielt. Das ist heute glücklicherweise nicht mehr der Fall. Der Stellenwert der Messe hat sich für uns in den letzten Jahren etwas verändert, bleibt aber essenziell für unsere internationale Positionierung. Wir sind heute viel globaler tätig als noch vor fünf, sechs Jahren. Wir führen eigene Tochtergesellschaften und sind in strategisch wichtigen Ländern wie Hongkong, China, Taiwan, Japan, Frankreich, Deutschland oder den USA vertreten. Das Netzwerk umfasst über 20 Kernmärkte. Und klar, auch die Digitalisierung trägt rasant zur Steigerung der Markenbekanntheit bei.

Trotzdem setzen Sie nach wie vor stark auf die Baselworld. Carl F. Bucherer ist mit einem grossen und aufwendig ausgestatteten Stand prominent vertreten. Wobei Stand das falsche Wort ist – feinster Stoff, edles Holz, Glas, Ledersofas, Cafe­teria ... hier lässt es sich leben.

Es besuchen uns in den nächsten Tagen mehrere hundert Fachhändler aus der ganzen Welt und informieren sich über unsere Marke, Produkte und Werte. Der Fokus liegt dabei vor allem auf den Neuheiten, die wir erstmals der Weltöffentlichkeit präsentieren. Bei unserer Präsenz an der Baselworld ist es enorm wichtig, dass wir zeigen können, wofür Carl F. Bucherer steht: für Qualität, ­Innovation und eine während über 129 Jahren gepflegte Tradition, die ihre Wurzeln und den Mittelpunkt in Luzern hat. Deshalb sehen Sie überall auf unserem Stand auch die wunderschönen Bilder von der Kappelbrücke, dem Pilatus oder dem Vierwaldstättersee. Wir tragen unsere Herkunft in die Welt hinaus.

Ihre Uhrenmarke wurde 1888 von Carl Friedrich Bucherer in Luzern gegründet. Trotzdem kennt man Bucherer vor allem als Verkäufer von Schmuck und Luxusuhren verschiedener Marken. Carl F. Bucherer nimmt man eher als neue, sagen wir mal sehr junge Marke wahr. Wie viel Tradition steckt wirklich darin?

Das stimmt, in unserer heutigen Konstellation ist Carl F. Bucherer eine junge Manufaktur, die unabhängig und im Besitz von Jörg G. Bucherer, dem Enkel des Bucherer-Gründers, ist. Wir haben erst 2001 begonnen, unsere eigenen Uhren unter dem Namen Carl F. Bucherer zu verkaufen, und zwar auch ausserhalb der Bucherer-Filialen. Es dauerte ein paar Jahre, bis sich die Marke etablieren konnte. Der internationale Durchbruch auf den weltweiten Märkten ist also erst vor wenigen Jahren erfolgt.

Die Uhrenbranche klagt. Die Uhrenexporte – vor allem nach Asien – sind seit Jahren rückläufig. Wie sehen Sie die aktuelle Situation?

Man spricht grundsätzlich von der Uhrenkrise, wobei die Situation individuell betrachtet werden muss. Ich kann nur für Carl F. Bucherer sprechen. Zwischen 2010 und 2015 haben wir unsere Verkäufe vervierfacht. Die Zahl der von uns hergestellten Uhren stieg auf über 25000 Stück. Selbstverständlich haben auch wir im letzten Jahr einen Rückgang verzeichnen müssen. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass dies auf einem hohen Niveau erfolgte. Ich spreche lieber von einer Konsolidierung im Markt als von einer Krise. Wir haben heute in Basel über 200 Aussteller weniger vor Ort als noch vor ein paar Jahren.

Die Uhrenbranche ist sehr kom­petitiv. Was macht Carl F. Bucherer besser, dass die Marke weiterhin prominent in Basel vertreten ist, während andere Hersteller ­verschwunden sind?

Während der Boomjahre sind plötzlich viele Modemarken aufgetaucht. Branchenfremde Anbieter – zum Beispiel aus dem Mode- und Schmuckgeschäft – sind dazugekommen und haben ebenfalls Uhren lanciert. Solche Marken haben es heute schwer. Bei Carl F. Bucherer haben wir schon immer Uhren hergestellt. Die Uhrmacherei liegt in unserer DNA und ist unsere Kernkompetenz. Wenn Sie unsere Geschichte durchsehen, dann finden Sie Innovationen, die zur damaligen Zeit revolutionär waren in der Branche. Unsere Herkunft und der gesammelte Erfahrungsschatz gehen weit zurück. Daraus folgen eine Authentizität und Glaubwürdigkeit, die über Generationen anhalten. Das wissen unsere Kundinnen und Kunden zu schätzen, und das macht den Unterschied.

Was wird 2017 für die Uhrenbranche bringen?

Das kann ich Ihnen nach der Uhren­messe sagen. Die nächsten Tage wird sich zeigen, wie stark die Nachfrage nach unseren Produkten ist. Ich bin im täglichen Austausch mit meinen Kollegen in Asien und den USA, und dort verspürt man für 2018 wieder Zuversicht und eine positive Stimmung.

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