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BBA-Aktien: Jetzt wird Aarau aktiv

Nachdem nun auch der Kanton seine BBA-Aktien zum Verkauf ausgeschrieben hat, kommt in Aarau eine Volksinitiative zum Tragen: Die Stadt kann eine Mehrheitsbeteiligung erwerben.

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Busbetrieb Aarau

Busbetrieb Aarau

Thomas Röthlin

Seit einem Jahr ist in Aarau ein Reglement in Kraft. Es besagt, die Stadt müsse ihren 32%-Anteil am Busbetrieb halten und die Beteiligung ausbauen, wenn Aktien angeboten werden. Nach entsprechendne Absichtserklärungen der Gemeindeversammlungen von Suhr (4,3%-Anteil) und Erlinsbach AG (3,5%) hat der Kanton Aargau diese Woche seine 11%-Beteiligung ausgeschrieben. Zusammen mit dem Rohrer Anteil von 3,5%, der mit der Fusion automatisch hinzukommt, könnte Aarau BBA-Mehrheitseignerin werden.

Ausgelöst wurden Verkaufsabsichten nach einer Änderung im Gesetz über den öffentlichen Verkehr. Der Kanton figuriert neu als Besteller im Ortsverkehr, in der Region Aarau also als Auftraggeber des BBA. Als gleichzeitiger Auftragnehmer oder zumindest Mitinhaber wären Rollenkonflikte programmiert.

Angebote bis Mitte Januar

Ursprünglich wollten die BBA-Gemeinden zusammen mit dem Kanton ein möglichst grosses Aktienpaket privatisieren. Doch dann sprang Aarau ab: Der Einwohnerrat bewilligte zwar den Verkauf, die SP-Volksinitiative «Der BBA gehört uns allen!» machte den Parlamentsbeschluss allerdings rückgängig. 77% der Aarauer sagten im September 2008 Ja zu besagtem Reglement. Es sei sehr wahrscheinlich, sagt Stadtammann Marcel Guignard auf Anfrage, dass der Stadtrat jetzt aktiv werde.

Zuerst bewerte die Behörde die BBA-Papiere aufgrund der vorliegenden Geschäftszahlen. Der Kanton nimmt Angebote bis 15. Januar entgegen. Wenn sich dann aus den Preisverhandlungen ein Zuschlag abzeichne, folge ein Antrag an den Einwohnerrat, so Guignard. Für die Aktien interessieren sich auch Eurobus-Knecht und Postauto. Der Kanton kann also an den Meistbietenden verkaufen, wobei Angebote für das Gesamtpaket bevorzugt werden.

Bisheriger Stückpreis 240 Franken

Der letzte aktuelle Stückpreis beträgt 240 Franken, was jedoch schon mehrere Jahre zurückliegt. Suhr und Erlinsbach offerieren ebenfalls zu diesem Preis (total 326 000 Franken und 267 000 Franken). Allerdings ist die Unterdeckung der Pensionskasse - der BBA ist der Sammelstiftung Ascoop angeschlossen - 2008 von 3% auf 14% angewachsen. Eine Tatsache, die sich «wahrscheinlich» auf den Aktienwert niederschlage, wie Verwaltungsratspräsident Max Tschiri an der letzten BBA-Generalversammlung sagte.