Erotikmarkt
Beate Uhse ist Pleite: Sex-Shop-Betreiber Tetzlaff sah das kommen

Trotz grosser Pionierarbeit muss das Unternehmen Beate Uhse Konkurs anmelden. Die Kunden weichen heutzutage wegen der Anonymität aufs Internet aus.

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Der Sex-Shop «Magic X» am Zürcher Limmatquai beendete 2004 die Zusammenarbeit mit Beate Uhse. Man habe den Glauben an die Firma verloren, sagt Thomas Tetzlaff, CEO von «Magic X». "Für uns lief die Zukunftsvision von Beate Uhse in eine falsche Richtung." Während Beate Uhse noch immer hauptsächlich auf den Mann spielte, war für Tetzlaff klar: Die Frau muss mindestens so stark angesprochen werden. Beate Uhse mache dies seit drei Jahren zwar auch, doch die Werbung sei zu stark auf Männer ausgerichtet - das wirke unglaubwürdig.

Wer im digitalen Zeitalter auf Hardcore stehe, der sehe sich anonym im Internet um, so Tetzlaff.

Die Berufspilotin Beate Uhse steigt nach dem Zweiten Weltkrieg in die Erotikbranche ein. 1962 eröffnet sie unter dem Begriff "Fachgeschäft für Ehehygiene" einen Sex-Shop. Bald entsteht ein riesiges Imperium, das nicht unumstritten war.

Für Thomas Tetzlaff ist der Insolvenzantrag nicht verwunderlich. Die seiner Meinung nach falsche Strategie von Beate Uhse habe das Unternehmen in den letzten Jahren 100 Millionen Euro gekostet. Das dies nicht lange gut gehen könne, sei klar.