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Behörden durchsuchen Hauptsitz von Bastos-Firma in Zug

Im Nachgang zu den «Paradise Papers»-Enthüllungen wurde am Mittwoch in Zug der Hauptsitz der Quantum-Global-Gruppe von Jean-Claude Bastos durchsucht. Zudem erklärt nun der bekannte Baarer Anwalt Martin Neese seinen Rücktritt aus dem Verwaltungsrat.
Livio Brandenberg und Christopher Gilb
Der schweizerisch-angolanische Investor Jean-Claude Bastos. (Bild: PD)

Der schweizerisch-angolanische Investor Jean-Claude Bastos. (Bild: PD)

Seit einigen Monaten schon kommt die Zuger Quantum-Global-Gruppe des schweizerisch-angolanischen Investors Jean-Claude Bastos nicht aus den Schlagzeilen. Am Mittwoch nun folgte ein neuer Höhepunkt: Am Hauptsitz am Zuger Postplatz und in Zürich wurden Büroraume durchsucht und Dokumente beschlagnahmt. Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, haben zwei verschiedene Behörden die Razzien durchgeführt. Am Quantum-Hauptsitz in Zug fuhren die Ermittler der Eidgenössischen Steuerverwaltung vor, die auch Bastos’ Family Office in Zürich durchleuchteten. Die Bundesanwaltschaft ihrerseits eröffnete im April ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Geldwäscherei gegen Unbekannt, wie sie auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP mitteilte.

Das Strafverfahren stehe im Zusammenhang mit möglichen Straftaten gegen das Vermögen der angolanischen Nationalbank (BNA) und des angolanischen Staatsfonds (Fondo Soberano de Angola), schreibt die Bundesanwaltschaft. Letzten November ist im Zuge der sogenannten «Paradise Papers» bekannt gewordenen, dass Bastos mit seiner Quantum-Global-Gruppe den mit fünf Milliarden US-Dollar dotierten Staatsfonds von Angola verwaltet und dabei privat stark profitiert hat. Zum einen kassierte er hohe Managementgebühren von bis zu 70 Millionen Dollar pro Jahr, andererseits hat der Staatsfonds auf seine Anweisung hin mehrere Hundert Millionen Dollar in Projekte investiert, die Bastos selber gehören.

Jüngste Entwicklungen rufen Politik auf den Plan

Nachdem in den letzten Wochen bereits mehrere Kadermitarbeiter der Gruppe abgesprungen waren, erklärte nun auf Nachfrage auch der bekannte Baarer Wirtschaftsanwalt Martin Neese, aus sämtlichen Verwaltungsräten der Quantum-Global-Gruppe zurückzutreten. Er betont jedoch, dass kein Verfahren gegen seine Person laufe und er sich keines Fehlverhaltens bewusst sei. «Da aber laufende Verfahren schon an sich geeignet sind, andere meiner Funktionen zu beeinträchtigen, bin ich mit sofortiger Wirkung zurückgetreten.» Neese ist unter anderem Mitglied diverser Arbeits- und Expertengruppen auf Bundesebene und im Beirat Zukunft Finanzplatz des Bundesrates.

In den Medien war in der Vergangenheit schon Neeses Rolle als Präsident der Selbstregulierungsorganisation, die die Quantum-Global-Gruppe überwacht und Verstösse gegen das Geldwäschereigesetz kontrollieren soll, ein Thema. Neese wies einen allfälligen Interessenkonflikt von sich, die Quantum-Aufsicht werde durch eine unabhängige Kommission wahrgenommen.

Die jüngsten Entwicklungen rufen jetzt erneut Exponenten aus der Zuger Politik auf den Plan, am Donnerstag reichte die Alternative - die Grünen eine Kleine Anfrage an den Zuger Regierungsrat ein. In dieser ist auch Neeses Rolle ein Thema.

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