Behörden schlagen Alarm

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Kryptowährungen Die Warnungen sind nicht zu überhören. Für die europäische Börsenaufsicht ist der Kauf neuer Kryptowährungen hochriskant. Anlegern drohe ein Totalverlust, warnte die Behörde vor Wochenfrist. Die «Börsengänge» solcher Währungen – sogenannte Initial Coin Offerings (ICOs) – seien unreguliert, intransparent und technologisch ungetestet.

Ähnlich hatte sich zuvor die deutsche Finanzaufsicht geäussert: «ICOs sind höchst spekulative Investments. Anleger sollten sich darauf einstellen, dass auch ein Totalverlust ihrer Investition möglich ist.» Nicht selten seien Betrüger am Werk.

ICOs funktionieren so: Mit Hilfe des Verkaufs sogenannter digitaler Token können Firmengründer binnen Stunden mehrere Millionen an Geldern einsammeln. Allerdings erhalten Investoren anders als bei einem Börsengang einer Firma – dem Initial Public Offering (IPO) – weder Anteile an dem Unternehmen noch andere Sicherheiten. Sie wetten allein auf Kursgewinne der noch zu schaffenden digitalen Währungen oder erkaufen sich das Recht, eine neue Technologie nutzen zu dürfen. Die Methode zur Kapitalbeschaffung hat mittlerweile die Aufseher auf den Plan gerufen. China und Südkorea haben ICOs vor kurzem verboten. Und auch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma nimmt ICOs nun genauer unter die Lupe.

Kryptowährungen werden von Computernutzern durch die Berechnung komplexer Formeln aus dem Nichts erschaffen. Die bekannteste Kryptowährung ist Bitcoin, deren Kurs gestern auf über 8200 US-Dollar gestiegen ist. Vor einem Jahr kostete ein Bitcoin noch weniger als 1000 US-Dollar. (mim)