Bei der Luzerner Werft füllen sich die Büros wieder

Dort, wo früher PWC die Luzerner Büros hatte, entsteht ein Business Center. Diese Woche ist an der Werftestrasse 3 das Pharmaunternehmen Norgine eingezogen.

Maurizio Minetti
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Andreas Marti (RMB), Michael Pieper (Norgine), Markus Vierneusel (SpePharm) und Xander Seiler (RMB) in der Luzerner Office Werft (v.l.n.r.). (Bild: Pius Amrein, 5. September 2019)

Andreas Marti (RMB), Michael Pieper (Norgine), Markus Vierneusel (SpePharm) und Xander Seiler (RMB) in der Luzerner Office Werft (v.l.n.r.). (Bild: Pius Amrein, 5. September 2019)

Offiziell eröffnet wird das neue Luzerner Business Center erst in den kommenden Wochen, doch schon seit einigen Monaten wird hier wieder gearbeitet: Neben der Werft der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees kehrt langsam wieder Leben ein. Hier war bis vor kurzem PWC Schweiz mit rund hundert Personen präsent. Der Wirtschaftsprüfer hat im Dezember 2018 neue Büros im fünften Stock des Bahnhofs Luzern bezogen

Vor rund einem Jahr hat die im Bereich Gebäudetechnik spezialisierte Zürcher RMB Group das Stockwerk von der Liegenschaftsbesitzerin Axa gemietet. Das heisst: Als Mieterin fungiert die Office Werft AG, eine Tochterfirma der RMB Group. Untermieter der Office Werft AG sind die RMB selbst, ein Teil der Hochschule Luzern und das Pharmaunternehmen Norgine. Geleitet wird das Business Center Office Werft von Isabelle Aeschbacher.

Umzug von Muttenz nach Luzern

RMB selbst ist mit der RMB Engineering und der RMB Group mit rund 15 Personen in Luzern präsent. Die Luzerner Niederlassung der RMB Engineering, die im Bereich der Gebäudetechnikplanung aktiv ist, wird von Alexander Duss geleitet. Xander Seiler und Andreas Marti leiten die gesamte Firmengruppe, die schweizweit tätig ist und insgesamt über 100 Mitarbeiter beschäftigt.

Am Donnerstag feierte ein weiteres Unternehmen die Eröffnung des Luzerner Standortes bei der Werft: Das Pharmaunternehmen Norgine mit seiner Schweizer Niederlassung Norgine AG und dem Tochterunternehmen SpePharm AG. Die Firmen beschäftigen derzeit rund zehn Personen in Luzern. Die 1906 in Prag gegründete Firma stellt Medikamente gegen Krankheiten im Magen-Darm-Trakt her. «Wenn Sie in der Schweiz eine Darmspiegelung machen müssen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Ihnen ein Norgine-Produkt verabreicht wird», sagte Michael Pieper, der bei Norgine für die Märkte Schweiz und Österreich zuständig ist. In diesem Bereich habe Norgine einen Marktanteil von 80 Prozent.

Produktionsstätten betreibt Norgine im walisischen Hengoed und im französischen Dreux. Das Unternehmen mit weltweit über 1300 Mitarbeitern ist in den letzten Jahren regelmässig im zweistelligen Prozentbereich gewachsen. Letztes Jahr hat Norgine den globalen Umsatz um 15 Prozent auf 395 Millionen Euro erhöht. Den Schweizer Sitz hatte Norgine bislang in Muttenz BL. In Luzern möchte man nun auch personell expandieren. «Die optimale Lage der Büros direkt am See sowie die sehr gute Anbindung bieten eine hervorragende Basis», sagte Pieper.

Adrian von Segesser sitzt im VR

Kein ganz neues Pflaster ist Luzern hingegen für die Norgine-Tochterfirma SpePharm, die schon seit einigen Jahren ihren Sitz am Kapellplatz hatte und nun an die Werftestrasse umgezogen ist. Im Verwaltungsrat des Unternehmens sitzt unter anderem auch der bekannte Luzerner Rechtsanwalt Adrian von Segesser.

Von Segesser kennt man in Luzern unter anderem wegen seiner früheren Funktion als Präsident der «Standortpromotion Zentralschweiz». Die Organisation kümmerte sich ab 1996 um die Ansiedlungen von Unternehmen in der Zentralschweiz. Knapp zehn Jahre später wurde sie aber aufgelöst. Seitdem sind die jeweiligen Kantone der Region dafür verantwortlich. Michael Pieper und Markus Vierneusel, Geschäftsführer der SpePharm AG, bedankten sich am Donnerstag bei der Einweihung denn auch bei der Luzerner Wirtschaftsförderung, die dabei geholfen habe, die Unternehmen an die Werftestrasse zu bringen.

RMB, Norgine und die Hochschule Luzern sollen nicht die einzigen Mieter der Office Werft bleiben. Die Verantwortlichen hoffen, weitere Firmen in das neue Business Center locken zu können.