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Bei diesen Banken erhalten Mitarbeiter Geld fürs Anwerben neuer Kollegen

Finanzinstitute setzen vermehrt auf das Prinzip «Mitarbeitende empfehlen Mitarbeitende». Banken aus der Zentralschweiz bezahlen für die Vermittlung zum Teil Tausende Franken – bei der grössten Kantonalbank gibt’s aber nur Gutscheine.
Maurizio Minetti
Bankmitarbeiter erhalten bis zu 5000 Franken, wenn sie jemanden erfolgreich vermitteln. (Bild: Corinne Glanzmann, Luzern, 18. Januar 2018)

Bankmitarbeiter erhalten bis zu 5000 Franken, wenn sie jemanden erfolgreich vermitteln. (Bild: Corinne Glanzmann, Luzern, 18. Januar 2018)

Mitarbeiter der Schwyzer Kantonalbank bekommen seit dem 1. September dieses Jahres 2000 Franken, wenn sie jemanden erfolgreich anwerben. Die Einführung der Vermittlungsprämie begründete CEO Peter Hilfiker kürzlich im «Bote der Urschweiz» damit, dass es schwieriger geworden sei, gute Mitarbeitende zu rekrutieren. «Der Arbeitsort Schwyz ist für viele Auswärtige nicht so begehrt», sagte Hilfiker.

Andere Banken in der Region kennen die Vermittlungsprämie schon länger. Migros Bank, Raiffeisen und die Nidwaldner Kantonalbank bezahlen ebenfalls 2000 Franken, die Zuger Kantonalbank 2500 Franken, Valiant gar 3000 Franken. Bei der Obwaldner Kantonalbank sind es 600 Franken. Alle angefragten Finanzinstitute betonen, mit der Vermittlungsprämie gute Erfahrungen gemacht zu haben. «Zirka zehn Prozent der Vakanzen werden über Vermittlungen von Mitarbeitenden besetzt», sagt etwa ein Raiffeisen-Sprecher.

Kantonalbanken aus Luzern und Uri prüfen Ausbau

Es gibt aber auch Banken in der Zentralschweiz, die keine Beträge für Vermittlungen auszahlen. Die Luzerner Kantonalbank richtet zwar ebenfalls Prämien aus, wenn eigene Mitarbeitende neue Kollegen anwerben – allerdings sind es bei der grössten Kantonalbank der Region keine Bargeldprämien. «Mitarbeitende, die erfolgreich neue Kolleginnen oder Kollegen rekrutiert haben oder unserer Personalabteilung einen erfolgversprechenden Tipp geben konnten, erhalten jeweils Ende Jahr eine persönliche Dankeskarte und ein Geschenk in Form von Einkaufsgutscheinen», sagt ein LUKB-Sprecher.

Die Bank lässt jedoch durchblicken, dass man künftig ebenfalls Geldprämien auszahlen könnte: «Mit Blick auf unsere nächste Strategieperiode 2021-2025 überarbeiten wir auch unsere Personalstrategie. Dort prüfen wir, ob wir ebenfalls Prämien einführen wollen und wie wir das Thema ‹Mitarbeitende gewinnen Mitarbeitende› generell breiter positionieren», so der Sprecher.

Unter den sechs Zentralschweizer Kantonalbanken bleibt damit nur die Urner Staatsbank gänzlich ohne Prämie. «Die Urner Kantonalbank hat bis anhin keine Mitarbeiterprämien für das Anwerben von neuen Mitarbeitenden in Betracht gezogen», sagt eine Sprecherin. Aber auch hier findet ein Umdenken statt: «Wie bei der Schwyzer Kantonalbank stellt der Standort des Kantons Uri auf dem Arbeitsmarkt eine Herausforderung für die Rekrutierung dar. Die Ausrichtung einer Prämie für die Rekrutierung ist prüfenswert und kann daher durchaus ein adäquates Mittel sein», heisst es aus Altdorf.

Günstiger als ein Stellenvermittler

Dass Banken oder auch andere Unternehmen Prämien fürs Anwerben von Mitarbeitern bezahlen, ist kein neues Phänomen. Nicole Stucki vom Personal-Dachverband HR-Swiss beobachtet aber, dass sich diese Massnahme zunehmender Beliebtheit erfreut, auch wegen des Fachkräftemangels. «Verglichen mit den Kosten, die ein Stellenvermittler verursacht, sind die ausbezahlten Prämien aus Sicht der Unternehmen natürlich tiefer», sagt Stucki, die selber als HR-Spezialistin bei der Postfinance arbeitet. In vielen Fällen erziele man auf diese Weise zudem bessere Resultate als mit einem Headhunter: «Mitarbeitende in einem bestimmten Bereich wissen am besten, welche Eigenschaften eine neue Kollegin oder ein neuer Kollege braucht.» Auch Social Media spiele eine wesentliche Rolle: «Es gibt Angestellte, die zum Beispiel auf Linkedin Hunderte Kontakte haben. Das ist natürlich sehr wertvoll.»

Kritiker monieren, eine solche Prämie könne zu Fehlanreizen führen, etwa dann, wenn Mitarbeiter den eigenen Freunden einen guten Job zuschanzen möchten. Stucki hingegen glaubt, dass kaum ein Angestellter die Gefahr auf sich nimmt, eine unpassende Person ins Unternehmen zu holen: «Das würde beiden schaden.» Die Rekrutierung durch eigene Mitarbeiter sei allerdings nur eine von vielen Massnahmen, um Fachkräfte zu gewinnen, die schwierig zu finden sind, sagt Stucki.

Stuckis Arbeitgeber Postfinance erklärt auf Anfrage, die Mitarbeiterempfehlung sei «einer der effektivsten Kanäle in der Personalgewinnung». Die Standardprämie bei Postfinance beläuft sich auf 500 Franken, bei schwer zu besetzenden Stellen – etwa in der Informatik – winken bis maximal 2000 Franken.

UBS grosszügig, CS schweigsam

Von den angefragten Banken zeigt sich die Grossbank UBS am grosszügigsten. Die Bank, die in der Zentralschweiz rund 330 Personen beschäftigt, hat seit Jahren ein Mitarbeiterempfehlungsprogramm. Die Bandbreite der Prämien beträgt hier 2500 bis 5000 Franken – je nach Funktion des eingestellten Kandidaten. Die UBS hat das System nun sogar ausgebaut: «Da dieses Empfehlungsprogramm so gut funktioniert, haben wir kürzlich auch ein Programm für die Vermittlung von internen Kolleginnen und Kollegen lanciert», sagt ein Sprecher. Für eine erfolgreiche interne Empfehlung – sprich den Wechsel eines Mitarbeitenden in eine andere Abteilung – erhalten UBS-Mitarbeitende einen zusätzlichen Ferientag.

Die Credit Suisse, die in der Region rund 370 Personen beschäftigt, sieht Mitarbeiterempfehlungen als «eine wichtige und sehr erfolgreiche Massnahme, die seit Jahren einen nicht unbedeutenden Anteil unserer Anstellungen darstellt.» Die Höhe der Vermittlungsprämie hänge von der Senioritätsstufe des neuen Mitarbeiters ab. Details nennt die CS nicht.

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