Kelsag
Bei Kelsag gärt es bald

Die Kelsag will 2010 mit dem Bau der Vergärungsanlage beginnen.

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Jürg Jeanloz

«Im September 2010 möchten wir die Anlage in Betrieb setzen», sagte Geschäftsführer Stephan Schwyzer an der Aktionärsversammlung der Kelsag. Die neue Bioabfallverwertungsanlage in Liesberg soll 7000 bis 12 000 Tonnen Material pro Jahr verarbeiten. Das ganze Projekt kostet rund 6,5 Millionen Franken. Der produzierte Strom reicht für die Versorgung von 450 Einfamilienhäusern. Stefan Schwyzer ist zuversichtlich, dass die Projektgruppe das Vorhaben bis November dieses Jahres ausgearbeitet hat. Auf diesen Termin wird auch die Umweltverträglichkeitsprüfung abgeschlossen sein. Die Baubewilligung sollte im Frühling vorliegen, damit der Bau im Mai 2010 begonnen werden kann. Ab 2011 soll in der Region mit der Sammlung des Grünguts und der Speiseabfälle begonnen werden.

29 Gemeinden liefern bereits Grünabfälle

Mit der Realisierung einer Gäranlage würde die Kelsag einen wesentlichen Beitrag an die darbende Volkswirtschaft und für den Umweltschutz leisten, erklärte Verwaltungsratspräsident Germann Wiggli. Das Projekt habe zwar eine Verzögerung erfahren, die Arbeiten würden aber von der Projektgruppe auf Volltouren weiter getrieben.

29 Gemeinden aus dem Laufental und dem Schwarzbubenland liefern heute ihre Grünabfälle in die Kelsag nach Liesberg, wo das Material zu hochwertigem Kompost umgewandelt wird. Aus ökologischen Gründen will die Kelsag das Grüngut sowie zusätzlich Speise- und pflanzliche Abfälle in einer kombinierten Vergärungs- und Kompostierungsanlage zu Biogas und Kompost umwandeln. «Wir könnten sogar Gülle oder Produktionsabfälle aus der Industrie annehmen», erklärt Schwyzer. Er wäre nicht abgeneigt, Bioabfälle auch aus dem benachbarten Jura entgegenzunehmen. Das extrahierte Biogas soll in einer Verbrennungsanlage zu Strom umgewandelt werden.

Das heute schon vorhandene und abgefackelte Deponiegas wird auch in diese Anlage eingespiesen. Aus der Abwärme kann mittels neuer Verfahren ebenfalls Strom aufbereitet werden. Neben CO2-neutralem Biogas und Kompost könnte noch Flüssigdünger gewonnen werden. «Der ökologische Kreislauf ist damit geschlossen», sagt Schwyzer.

Zusammenarbeit mit Biopower

Um das nötige Fachwissen für die Energierückgewinnung zu erhalten, hat sich die Kelsag die Biopower Nordwestschweiz AG ins Boot geholt und eine neue Gesellschaft gegründet. Die Kelsag bringt die bestehende Grüngutanlage ein und sorgt für Sammlung und Transport des Biomaterials. Die Biopower Nordwestschweiz AG bringt ihr Know-how ein, das sie aus bereits realisierten Anlagen erarbeitet hat.

Die neue Gäranlage soll auf der heutigen Pflanzenkläranlage erstellt werden. Um die Geruchsimmissionen so tief wie möglich zu halten, wird die Kompostierhalle mit Wänden eingekleidet. Die Hallenluft wird abgesogen und in einer Filteranlage gereinigt. Klagen über üble Gerüche sind immer wieder laut geworden und werden ernst genommen.