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BELLINZONA: Urteil zu Zivilforderungen im Fall Behring erwartet

Das Bundesstrafgericht wird sich am Donnerstag erneut mit dem Fall Dieter Behring beschäftigen. Nach dessen Verurteilung wegen gewerbsmässigen Betrugs im vergangenen Herbst muss nun über die Zivilforderungen entschieden werden.
Der grösste Betrugsfall in der jüngeren Schweizer Geschichte mit einem Gesamtschaden 800 Millionen Franken: Das Bundesstrafgericht in Bellinzona verurteilte den Angeklagten Dieter Behring (im Bild) zu einer Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren. (Archiv) (Bild: Keystone/KEYSTONE/TI-PRESS/PABLO GIANINAZZI)

Der grösste Betrugsfall in der jüngeren Schweizer Geschichte mit einem Gesamtschaden 800 Millionen Franken: Das Bundesstrafgericht in Bellinzona verurteilte den Angeklagten Dieter Behring (im Bild) zu einer Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren. (Archiv) (Bild: Keystone/KEYSTONE/TI-PRESS/PABLO GIANINAZZI)

Das Bundesstrafgericht in Bellinzona hatte Behring im September 2016 zu einer Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt. Der Richter sah es als erwiesen an, dass Behring über ein "Schneeballsystem" rund 2000 Anleger schädigte – 800 Millionen Franken gingen verloren.

Anders sieht dies Behrings Anwalt Bruno Steiner. Dieser hatte in einer Eingabe an das Bundesstrafgericht geschrieben, dass die Zivilforderungen, über die das Gericht am Donnerstag entscheidet, rund 1'300 Geschädigte betreffen und das Forderungsvolumen 420 Millionen Franken beträgt.

Behring veröffentlichte dieses Schreiben auf seiner Homepage. Sein Anwalt forderte darin, das Urteil aus dem September für nichtig zu erklären, weil es unvollständig sei. Über die Zivilforderung hätte bereits im "Endentscheid" vom September befunden werden müssen, so Steiner.

Enttäuschtes Vertrauen

Währen der Hauptverhandlung im vergangenen Jahr kamen in Bellinzona auch zahlreiche geprellte Anleger zu Wort. Die Bandbreite reichte dabei von der treuseligen Kleinanlegerin bis zum Unternehmer, der 1,75 Millionen Franken mit seinem Investment verlor. Sie berichteten in erster Linie von enttäuschtem Vertrauen: In Bekannte, Bankberater oder in das "System Behring" selbst, das sie teilweise nur aus Hochglanzprospekten kannten.

Im aufgebauten Firmenkonstrukt spielten die Hauptvermittler eine wichtige Rolle - ihre Tätigkeiten reichten von der reinen "Kundenacquise" über juristische Beratungen bis zur Revision der Firmenaktivitäten. Sie alle waren in einer Muttergesellschaft aktiv, innerhalb derer über die Jahre ein kompliziertes Anlagegeflecht heranwuchs.

sda

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