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Kommentar

Benzinpreis: Die Schweiz befindet sich am Tropf der Erdölexporteure

Die Frachtkosten steigen und die Iran-Sanktionen sorgen ebenfalls für einen Preisschub. Die Situation auf dem Ölmarkt kann man zum Anlass nehmen, unser Konsumverhalten zu hinterfragen.
Raphael Bühlmann
Raphael Bühlmann

Raphael Bühlmann

Containerschiffe fahren die Rheinhäfen in Basel nicht mehr an. Tankschiffe nur noch eingeschränkt. Wegen tiefer Pegelstände besteht die Gefahr, dass die Frachter auf Grund laufen könnten. Rheinaufwärts haben sich deshalb die Transportkosten für Treibstoff binnen weniger Wochen verzehnfacht. Gleichzeitig hat der internationale Rohölpreis jüngst wieder etwas nachgegeben, weshalb die steigenden Frachtkosten nicht direkt bis an die Zapfsäulen des Landes durchgeschlagen haben. Dies könnte sich allerdings sehr schnell ändern.

Ab Montag treten zum einen die US-Sanktionen gegen den Iran in Kraft, welche für zusätzliche Verwerfungen auf dem Ölmarkt sorgen werden. Zum andern bleibt die Situation auch auf dem Rhein prekär. November und Dezember zählen zu den trockensten Monaten des Jahres, und Wasser bleibt in den Bergen als Schnee und Eis liegen.

Auch wenn die Situation schwierig einzuschätzen bleibt, kann man diese doch zum Anlass nehmen, unser zur Selbstverständlichkeit gewordenes Konsumverhalten zu hinterfragen. Noch immer entfallen in der Schweiz drei Viertel der zurückgelegten Distanzen auf den privaten motorisierten Verkehr. Dessen Verkehrsleistung ist fast fünfmal grösser als die der Bahnen. 2017 waren in der Schweiz 4570823 Personenwagen immatrikuliert – 30 Prozent mehr als im Jahr 2000. 99,7 Prozent davon haben einen Benzin- oder Dieselmotor. Der Verbrauch von Flugtreibstoff kletterte letztes Jahr auf einen neuen Rekordwert.

Allen Angeboten des öffentlichen Verkehrs oder alternativer Antriebssysteme zum Trotz: Die reisefreudigen Schweizer hängen stärker denn je am Tropf der Erdölexporteure dieser Welt.

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