BERGBAHNEN: Besucherrekord auf dem Pilatus

Trotz einer Teilschliessung beförderten die Pilatus-Bahnen im vergangenen Jahr so viele Fahrgäste wie noch nie. Vor allem aus Asien kamen mehr Besucher.

Drucken
Teilen
Touristen aus Übersee machen mittlerweile rund 35 Prozent der Besucher am Pilatus aus. Das Bild zeigt Gäste aus Asien bei der Fahrt in der neuen Luftseilbahn von Fräkmüntegg zum Pilatus Kulm. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Touristen aus Übersee machen mittlerweile rund 35 Prozent der Besucher am Pilatus aus. Das Bild zeigt Gäste aus Asien bei der Fahrt in der neuen Luftseilbahn von Fräkmüntegg zum Pilatus Kulm. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Hans-Peter Hoeren

Bereits der erste Betriebstag der neuen Luftseilbahn von Fräkmüntegg auf den Pilatus des Dragon Ride – war ein grosser Erfolg. Auf dem Gästeparkplatz in Kriens standen zeitweilig 13 Reisecars. «Das Interesse an der neuen Luftseilbahn ist immens. Wir rechnen damit, dass es den ganzen Sommer anhält», sagt Godi Koch, der neue CEO der Pilatus-Bahnen.

Der Bau des Dragon Ride hat auch das Geschäftsjahr 2014 geprägt. Ab September musste die Luftseilbahn von Fräkmüntegg zum Pilatus Kulm den Betrieb einstellen, von Dezember bis März dieses Jahres ruhte der Betrieb auf den Pilatus. Doch trotz dieser massiven Einschränkungen haben die Bahnen mit 637 861 Besuchern erneut einen Rekordwert bei den Gästezahlen erzielt. Das entspricht einem Plus von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Steigerung konnte in fast allen Bereichen in höhere Umsätze umgemünzt werden, sagt Koch. Der Umsatz fiel zudem mit 28,9 Millionen Franken um 4,3 Prozent höher aus als im vergangenen Jahr. Das Betriebsergebnis nahm um 2,4 Prozent auf 7,9 Millionen Franken zu. Der ­Reingewinn konnte um 0,7 Prozent auf rund 851 000 Franken verbessert werden.

Zuwachs in der Wintersaison

«Unsere Investitionen in die Infrastruktur auf dem Pilatus aus den Vorjahren machen sich immer mehr bezahlt», sagt Godi Koch. Insbesondere die Panoramagalerie habe die «Aufenthaltsqualität am Pilatus Kulm» deutlich gesteigert. «Das ist mittlerweile auch bei den meisten Tour Operators bekannt», sagt Koch. Bei den Besucherzahlen aus Südostasien und China habe man insbesondere in den ersten Monaten des vergangenen Jahres stärkere Zuwächse verzeichnen können.

Die Gäste aus Asien und Übersee machen mittlerweile rund 35 Prozent der Gäste auf dem Pilatus aus, der Anteil der Besucher aus Europa ist gemäss Koch seit der Finanzkrise auf rund 15 Prozent zurückgegangen. «Rund die Hälfte der Besucher stammt aus der Schweiz. Wir streben bewusst einen hohen Anteil an», sagt Koch. Der 53-Jährige aus Grosswangen hat im Juni vergangenen Jahres den CEO-Posten bei den Pilatus-Bahnen übernommen, zuvor arbeitete er über sieben Jahre als Finanzchef für das Unternehmen. Zu den erfreulichen Gästezahlen beigetragen habe aber auch das gute Wetter im Frühling und im Herbst. Während des Herbstes hat die Zahnradbahn von Alpnachstad ein Drittel mehr Passagiere auf den Pilatus transportiert als im Vorjahr.

Neues Restaurant kommt gut an

Mit dem neuen Personalhaus in Alpnachstad und dem neu gestalteten ­Restaurant Fräkmüntegg wurden im vergangenen Jahr zwei wichtige Bau­vorhaben abgeschlossen. «Das neu gestaltete Restaurant auf der Fräkmüntegg wird insbesondere von den Schweizer Besuchern sehr gut angenommen», sagt Godi Koch. Dort habe man seit der Eröffnung im Mai 2014 den Umsatz im Vergleich zum alten Restaurant deutlich steigern können.

Über 50 Millionen Franken wurden in den vergangenen Jahren in eine neue und moderne Infrastruktur am Pilatus investiert. «Jetzt beginnt für die nächsten zwei bis drei Jahre eine Phase der Konsolidierung und Feinjustierung der neuen Produkte», sagt Godi Koch. Die Bergbahnen haben alle Investitionen aus eigenen Mitteln finanziert und wollen das auch künftig tun.

An möglichen Projekten besteht kein Mangel. Wo genau in Zukunft investiert werden soll, damit beschäftigen sich Verwaltungsrat und Geschäftsleitung im künftigen Strategieprozess. An der Generalversammlung am 12. Mai endet eine Ära. Der langjährige Verwaltungsratspräsident Oscar J. Schwenk wird verabschiedet. Der Name des designierten Nachfolgers wird allerdings erst mit der Einladung zur Generalversammlung am 12. Mai bekannt gegeben.

Zimmerauslastung gesteigert

Auch Verwaltungsratspräsident Oscar J. Schwenk zeigt sich zufrieden mit den Ausbaumassnahmen am Pilatus. «Jetzt geht es in den nächsten Jahren darum, dass wir mit der neuen Infrastruktur einen entsprechenden Gewinn erwirtschaften», sagt Schwenk. Dazu gehöre auch, dass die Vermarktung intensiviert und die Zahl der Hotelübernachtungen gesteigert werde. Im vergangenen Jahr lag die Zimmerauslastung bei 45 Prozent, im Vorjahr waren es noch 33 Prozent. Der Umsatz der Hotels lag bei 1,36 Millionen Franken ein Plus von 10,8 Prozent. Das Geschäft mit den Unternehmensseminaren auf dem Pilatus laufe nach wie vor sehr gut, sagt Godi Koch.

Auch dieses Segment könnte von der neuen Luftseilbahn, dem Dragon Ride, profitieren. «Die fantastische Rundsicht und das lautlose Gleiten der Kabinen begeistern die Fahrgäste am meisten», sagt Koch. An Sonnentagen sei das Interesse an der neuen Attraktion gross. Im Frühjahr rechnet er deswegen aber nicht mit Kapazitätsproblemen und damit auch nicht mit längeren Wartezeiten. Im Sommer hingegen würden traditionell an schönen Tagen immer wieder mal Kapazitätsgrenzen erreicht.