BERUFSWAHL: Präzision ist hier das oberste Gebot

Ein geschultes Auge und den Sinn für Genauigkeit braucht es für den Beruf des Polymechanikers – ein Job, der auch Köpfchen verlangt.

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«Ich wollte schon immer gerne mit Metallen arbeiten», sagt Yvonne Tresch im Gespräch mit unserer Zeitung. Nach Abschluss der Schulzeit und einer eingehenden Beratung bei der Berufsberatung des Kantons Uri machte sie zunächst zwei Schnuppertage in Betrieben aus der Region. Dann entschied sich die Urnerin für eine vierjährige Lehre als Polytechnikerin bei der Dätwyler Schweiz AG im Kanton Uri. «Der Betrieb gefiel mir auf Anhieb sehr gut. Der Entscheid zu Dätwyler zu gehen war goldrichtig», sagt die 18-jährige überzeugt.

Lernen, Verantwortung zu tragen

Ihr Arbeitsweg ist nicht weit. Jeden Morgen kommt Yvonne Tresch mit dem Elektrovelo aus dem nahe gelegenen Schattdorf. Um 6.30 Uhr fängt die Arbeitszeit an. «Aber ich darf auch später kommen, denn im Betrieb gilt das Prinzip der Gleitzeit. Vor allem gefällt ihr die vielseitige Arbeit. «Als Polymechanikerin kommt man mit allen Abteilungen der Produktion bei Dätwyler in Kontakt und lernt auf diese Weise den Betrieb kennen», erzählt sie begeistert. Oft sind es Metallteile für Maschinen, die sie herstellen muss, damit die Produktion weitergehen kann. Das sind zum Beispiel Zahnkränze oder Wellen, die aus einem Stück Metall herausgefräst werden müssen. Dabei kommt es auf absolute Präzision an. Die Ersatzteile müssen bis auf den hundertstel Millimeter genau gefertigt sein. «Darauf müssen sich alle im Betrieb verlassen können», sagt sie.

Ausbildung in drei Fachrichtungen

Aber was macht denn ein Polymechaniker genau? Polymechaniker/innen beteiligen sich an der Entwicklung, Herstellung und Montage von Werkzeugen, Geräteteilen oder ganzen Produktionsanlagen. Je nach Betrieb, Tätigkeitsgebiet und Erfahrung übernehmen sie dabei verantwortungsvolle Aufgaben. Zu den Haupttätigkeiten von Polymechaniker/innen gehört die Fertigung. Aufträge erledigen sie von Anfang bis Ende. Natürlich unter Begleitung des Ausbildners. Aus Metallen, z. B. Stahl, Chromstahl oder Aluminium, sowie aus Kunst- oder Verbundstoffen stellen sie Werkzeuge, Bauteile für Produktionsanlagen her. Bei der Einzelteilanfertigung oder dem Prototypenbau arbeiten sie von Hand auf Dreh-, Fräs-, Bohr- und Schleifmaschinen. Meistens setzen Polymechaniker aber computergesteuerte Maschinen (CNC-Maschinen) ein. Diese programmieren sie gemäss den Konstruktionszeichnungen, wobei sie auch die Bearbeitungsschritte bestimmen. Sie wählen die benötigten Werkzeuge aus, bestücken die Maschinen damit und führen Testläufe durch. Sobald alles perfekt eingestellt ist, lassen sie die Produktion laufen, die sie genau überwachen. Falls sie Abweichungen feststellen, stoppen sie die Maschinen und korrigieren die Einstellungen. Mit hochpräzisen Mess- und Prüfinstrumenten überprüfen sie schliesslich die Qualität der Werkstücke.

Vielseitige Tätigkeit

Am Anfang war es besonders spannend zu lernen, wie die Maschinen zu bedienen sind», erklärt Yvonne Tresch weiter. Sicherheit ist hierbei oberstes Gebot, denn schon kleinste Fehler können dazu führen, dass sich Metallteile lösen. «Die Arbeitssicherheit hat bei uns am Anfang Priorität», sagt Ausbildungsleiter Daniel Wipfli (48). Er leitet die Lehrlingswerkstatt bei Dätwyler seit 14 Jahren. Erst wenn die Lehrlinge die mechanischen Maschinen beherrschen, dürfen sie die automatischen CNC- Maschinen bedienen. Das geschieht im 2. Lehrjahr.

Davor lernt der Polytechniker die Grundlagen des Berufes. «Wir nehmen uns bewusst Zeit für unsere Lehrlinge», sagt Wipfli weiter. Das ist seiner Meinung nach der Vorteil an einem grossen Betrieb wie Dätwyler. Ausserdem seien die Aufstiegschancen für junge Mitarbeiter ausgezeichnet. «Allein im Jahr 2013 wurden von zwölf Lehrlingen acht weiterbeschäftigt. Hinzu kommt, dass sich Dätwyler an den Kosten für Weiterbildung beteiligt. «Die Karrierechancen für einen Polymechaniker sind ausgezeichnet», sagt Wipfli weiter. Nach einer anschliessenden Berufsmatura ist der Weg frei für die Fachhochschule und ein technisches Studium. Dem Polymechaniker steht dann der Weg frei Ingenieur zu werden, ein Beruf, der heute gesucht ist und in dem in Zukunft in der Schweiz zahlreiche Stellen frei sind. Wipfli kann jungen Leuten deshalb mit gutem Gewissen zu einer Lehre als Polymechaniker raten. «Mit dem Bildungsweg über eine Lehre als Poly-mechaniker stehen einem heute alle Türen offen», sagt er.

Fachkräftemangel vorbeugen

Das bestätigt auch Fabienne Amstutz, sie ist Personalleiterin bei Dätwyler und verantwortlich für das Lehrlingswesen. «Der zweite Bildungsweg in der Schweiz hält für junge Menschen viele Optionen bereit», sagt sie. Vor allem lernen junge Berufsleute neben dem Beruf viele praktische Dinge für das Leben. Dabei ist auch die Wertschätzung wichtig. «Für die Firma Dätwyler ist die Ausbildung von Lernenden sehr wichtig, damit es in Zukunft ausreichend Fachkräfte in der Wirtschaft gibt», sagt Fa-bienne Amstutz. Allein 60 Lernende werden derzeit bei Dätwyler betreut. So rekrutiert das Unternehmen nicht nur den eigenen Nachwuchs, sondern bildet Lernende für die umliegenden Unternehmen im Kanton Uri aus. «Dies ganz im Sinne der Dätwyler-Grund-werte, welche sich bereits seit 100 Jahren bewährt haben», sagt Amstutz. Auch Talente werden auf diese Weise erkannt und nachhaltig gefördert.

Im Jahr 2016 wird Yvonne Tresch ihre Ausbildung voraussichtlich beendet haben. «Vielleicht mache ich anschliessend meine Berufsmatura», sagt die Urnerin lächelnd. Sicher ist bereits jetzt schon, die Lehre als Polymechanikerin hat ihr Spass gemacht.


Fachfrau/Fachmann Polymechaniker

Tätigkeiten

Der Arbeitsalltag ist äusserst spannend und abwechslungsreich: Polymechaniker fertigen Werkstücke und Vorrichtungen für Produktionsanlagen oder bauen Maschinen, Geräte und Apparate zusammen. Aus ihren Händen entstehen Gehäuse und Formen. Man ist ein richtiger Alleskönner, der das Drehen, Fräsen, Feilen, Bohren, aber auch die Steuerung von modernsten Hightech-Maschinen (CNC) beherrscht. Teamwork wird grossgeschrieben.

Dauer

Die Ausbildung dauert 4 Jahre. Im ersten Lehrjahr lernt man die Fertigkeiten des Polymechaniker-Berufes in der Lehrwerkstatt kennen. Danach wird der Lehrling in verschiedenen Fachrichtungen rotieren. Ende des zweiten Lehrjahres entscheidet man sich für eine Fachrichtung – zum Beispiel Fachrichtung Unterhalt, Werkzeugbau oder Konstruktion. Im dritten und vierten Lehrjahr werden die Fertigkeiten in der ausgesuchten Fachrichtung vertieft.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Berufsprüfungen zum Beispiel Fertigungsfachmann/frau oder Automatikfachmann/frau mit eidg. Fachausweis. Höhere Fachprüfungen (Industriemeister/in im Maschinen- und Apparatebau). Höhere Fachschule (dipl. Techniker/in HF Maschinenbau), Fachhochschule (Bachelor FH in Maschinentechnik)

Vergütung (pro Monat)

1. Lehrjahr 700.– (kein Bonus). 2. Lehrjahr 800.– (100.– Bonus/Monat möglich). 3. Lehrjahr 1000.– (200.– Bonus/Monat möglich). 4. Lehrjahr 1250.– (250.– Bonus/ Monat möglich)

Bewerbung

Bewerbungen für Lehrbeginn 2015 können sofort eingereicht werden.

Weitere Infos: www.berufsberatung.ch


Der Betrieb

Dätwyler Schweiz AG
Militärstrasse 7, 6467 Schattdorf
www.datwyler.com
Anzahl Mitarbeiter
800, davon 60 Lernende. Ab nächstem August sind fünf Lehrstellen als Polymechaniker frei.