Beschwerde der Schmolz+Bickenbach-Erben: Einigung oder langes Verfahren

Der Entscheid des Bundesverwaltungsgericht könnte noch lange auf sich warten lassen. Eine Einigung ist wahrscheinlicher.

Maurizio Minetti
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Seit der Jahreswende scheint die Rettung des Luzerner Stahlkonzerns Schmolz+Bickenbach (S+B) wieder in der Schwebe. Grund dafür ist, dass die Erben der deutschen Gründerfamilien Schmolz und Bickenbach beim Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen eine Beschwerde gegen den Entscheid der Finanzmarktaufsicht (Finma) eingereicht haben. Die Finma hatte Anfang Dezember den Weg für eine Kapitalerhöhung freigemacht, indem sie S+B-Grossaktionär Martin Haefner eine Ausnahme von der Angebotspflicht beim Überschreiten des Ein-­Drittel-Anteils gewährte. Die Erben halten rund 10 Prozent der Anteile; gemäss dem aktuellen Plan dürfte ihr Anteil mit der Kapitalerhöhung auf ein paar wenige Prozente schrumpfen.

Wie lange es dauern wird, bis das Bundesverwaltungsgericht in dieser Sache entscheidet, ist unklar. Im Extremfall könnte es bis zu zwei Jahre dauern. Derweil läuft die Kapitalerhöhung aber wie geplant, und damit werden Tatsachen geschaffen. Wahrscheinlicher als ein langwieriges Verfahren ist deshalb, dass sich die Erben mit Haefner einigen. Derzeit scheinen die Fronten aber verhärtet. Haefner zeigte sich in einer Mitteilung Ende Jahr irritiert: Mit der Beschwerde würden die Erben die Sanierung der Gesellschaft gefährden.

Verzicht auf weitere Generalversammlung

Derweil ist vor wenigen Tagen bekannt geworden, dass Grossaktionär Liwet auf die Einberufung einer weiteren ausserordentlichen Generalversammlung verzichtet.

Die von Viktor Vekselberg kontrollierte Gesellschaft hatte im Herbst im Zuge der damals geplanten Kapitalerhöhung eine Neubesetzung des Aufsichtsgremiums verlangt, doch dann einigte sich Liwet in letzter Sekunde mit Haefner über die Details der Kapitalerhöhung.