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BILANZ: Luzerner Kantonalbank hat fast alle Ziele erreicht

Die Luzerner Kantonalbank blickt auf das beste Jahr in ihrer Firmengeschichte zurück. Davon profitiert auch der Kanton Luzern. Einen «Tolggen» im Reinheft gibt es aber trotzdem.
Maurizio Minetti
CEO Daniel Salzmann und Verwaltungsratspräsident Mark Bachmann an der gestrigen Bilanzmedienkonferenz. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 31. Januar 2017))

CEO Daniel Salzmann und Verwaltungsratspräsident Mark Bachmann an der gestrigen Bilanzmedienkonferenz. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 31. Januar 2017))

Maurizio Minetti

maurizio.minetti@luzernerzeitung.ch

124 Franken und 71 Rappen: So tief war der Reingewinn der Luzerner Kantonalbank (LUKB) 1850, im Jahr ihrer Gründung. Seitdem ist dieser Betrag freilich Jahr für Jahr gewachsen – oder zumindest meistens. Auch letztes Jahr hat die LUKB den Gewinn wieder gesteigert. «Mit einem Konzerngewinn von 186,6 Millionen Franken haben wir das beste Ergebnis unserer 166-jährigen Geschichte erzielt», sagte der abtretende Verwaltungsratspräsident Mark Bachmann am Dienstag in Luzern. Verglichen mit dem Vorjahr entspricht dies einem Plus um 3,6 Prozent oder 6,5 Millionen Franken.

Der Gewinnanstieg war erwartet worden, weil das Vergleichsjahr 2015 eher schlecht verlaufen war. Damals sanken die Einnahmen aus dem für die Bank zentralen Zinsgeschäft um 5,3 Prozent. 2016 konnte die LUKB die Tendenz nun wieder umkehren: Der Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft wuchs um 5 Prozent auf 318,9 Millionen Franken. Gründe für das Wachstum waren eine Ausweitung des Geschäftsvolumens und rückläufige Absicherungskosten. Zum Wachstum beigetragen haben aber auch Einnahmen aus Negativzinsen. Dieses Instrument setzt die Schweizerische Nationalbank seit rund zwei Jahren ein, um die Attraktivität des Frankens zu mindern. Dies soll letztlich der Exportindustrie helfen, die unter dem starken Franken leidet. Ab einem gewissen Frankenbetrag, den die Banken bei der Nationalbank deponieren, belastet sie einen Minuszins von 0,75 Prozent. In den letzten Monaten haben deshalb immer mehr Banken damit angefangen, vermögenden Kunden einen Zins zu belasten.

Mehr Einnahmen dank Negativzinsen

Im Fall der LUKB heisst das: Von den rund 290 000 Kunden verfügen gut 1000 über so hohe Vermögenswerte, bei denen Negativzinsen überhaupt thematisiert werden könnten, wie Finanzchef Marcel Hurschler sagte. Die Bank hat letztes Jahr mit 400 dieser Kunden Vereinbarungen abgeschlossen, um den Geldzufluss zu steuern. Effektiv Negativzinsen bezahlt haben rund 100 vermögende Kunden – Tendenz steigend: 2015 hatte die LUKB erst mit 100 Kunden Vereinbarungen getroffen, und 20 Kunden haben Negativzinsen bezahlt. Der Zins, den die LUKB belastet, beträgt im Normalfall zwischen 0,8 und 1 Prozent.

Negativzinsen bezahlen vor allem grosse institutionelle Kunden sowie Firmenkunden. Zwar sagte LUKB-Chef Daniel Salzmann am Dienstag, man könne grundsätzlich eine Ausweitung dieses Kreises nicht ausschliessen. Gleichzeitig stellte er aber auch klar: «Ich glaube nicht, dass der Privatkunde, der seine Ersparnisse bei uns hat, plötzlich mit Negativzinsen konfrontiert wird.» Ohnehin suche man mit jedem einzelnen betroffenen Kunden eine individuelle Lösung.

Zusammen mit den vom Handel betreuten Treasury-Kunden nahm die LUKB aus dem Geschäft mit Negativzinsen 2015 noch 24,8 Millionen Franken ein. 2016 stieg der Ertrag auf 36,2 Millionen. Obwohl die Einnahmen aus Negativzinsen steigen, sagte Salzmann, die Liquiditätssteuerung sei eine grosse Herausforderung für alle Banken. «Wir liefern der Nationalbank monatlich einen sechsstelligen Betrag ab. Zudem haben wir aufgrund des negativen Zinsniveaus 2016 für die Absicherung der Festhypotheken gegen steigende Zinsen ebenfalls fast 30 Millionen Franken bezahlt», ergänzte Finanzchef Marcel Hurschler. Die gesamten von der Kantonalbank verwalteten Kundenvermögen beziffert die LUKB auf 28,2 Milliarden Franken. Dabei flossen der Bank mit 838 Millionen Franken deutlich mehr neue Kundengelder zu als im Vorjahr. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft nahm um 31,8 Prozent auf 29,6 Millionen Franken zu. CEO Salzmann sagte, man habe von der Volatilität an den Märkten profitiert. Auch der Eigenhandel sei sehr erfolgreich gewesen. Der Erfolg im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft blieb mit 82,4 Millionen Franken hingegen knapp unter dem Vorjahresniveau. «Anleger sind nach wie vor sehr zurückhaltend», so Salzmanns Begründung.

Der Geschäftsaufwand stieg um 4,6 Prozent auf 216 Millionen Franken an. Verantwortlich für das Wachstum war ein Personalaufbau wegen der laufenden Strategieumsetzung. 37 Vollzeitpensen kamen 2016 hinzu. Heuer werde das Stellenwachstum markant tiefer sein.

Die Kundenausleihungen stiegen im vergangenen Jahr um 5,2 Prozent auf 26,8 Milliarden Franken. Vom Wachstum von 1,33 Milliarden Franken entfielen 1,15 Milliarden Franken auf Hypothekarkredite. Im Geschäft mit Immobilienfinanzierung legte die LUKB um 5,2 Prozent zu. Salzmann betonte, dass man hier nach wie vor konservativ unterwegs sei. Es sei nicht geplant, die Vergabekriterien zu lockern. Letztes Jahr hatte Raiffeisen angekündigt, Hypotheken vermehrt auch Personen mit kleineren Einkommen vergeben zu wollen. «Ich glaube nicht, dass das sinnvoll ist», sagte Salzmann. Es sei auch für den Kunden wichtig, dass er sein Eigenheim langfristig finanzieren könne. «Es wäre ein falsches Signal, wenn man die Kriterien lockern würde, nur weil jetzt das Zinsniveau extrem tief ist», findet Salzmann. Das müsse nämlich nicht heissen, dass die Zinsen in fünf Jahren nach wie vor so tief seien, mahnte der LUKB-CEO.

E-Banking gibt noch viel zu tun

Mit Blick auf das Gesamtjahr sagte Salzmann, man habe alle gesetzten Ziele erreicht – bis auf eines. Gemeint ist damit das neue E-Banking-System, das im September 2016 online ging. Nicht zum ersten Mal räumte der LUKB-CEO grosse Probleme bei der Einführung ein. «Das neue E-Banking hat unsere und die Erwartungen der Kunden nicht erfüllt.» Ab dem Spätherbst habe man Verbesserungen eingespielt, man sei aber noch lange nicht zufrieden: «Es wird uns das ganze Jahr 2017 weiterbeschäftigen.» Im Verlauf des Jahres soll es «substanzielle Verbesserungen» geben.

Andere digitale Projekte wie die Online-Plattformen Crowders.ch (Online-Aktienbewertung) und Funders.ch (Crowdfunding) seien hingegen auf Kurs, obschon die Zahl 18 abgeschlossener Finanzierungen bei Funders.ch tief scheint. Hier sei vorgesehen, 2017 den Zugang für die Wirtschaft zu erleichtern, sagte Salzmann. Die Bank will Firmen ansprechen, die zum Beispiel die Marktakzeptanz eines neuen Produkts testen und dieses anschliessend finanzieren lassen wollen.

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