Nationalbank
«Bitcoins»: Für SNB keine Bedrohung, aber auch keine Anlage

Die virtuelle Währung «Bitcoin» boomt. Wer zur rechten Zeit investierte, wurde reich. Aber noch herrschen viele Unsicherheiten. Das schmälert die Chancen, dass der Bitcoin dereinst zu einer echten Konkurrenz traditioneller Zahlungsmittel avanciert.

Remo Hess
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Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat keine Investitionen in die virtuelle Währung «Bitcoin» getätigt, wie SNB-Präsident Thomas Jordan gegenüber «Keystone» erklärte. Zwar werde die Bitcoin-Entwicklung genau beobachtet, Jordan gehe aber nicht davon aus, dass Bitcoins dereinst relevant für den Schweizer Zahlungsverkehr sein werden respektive eine Bedrohung für die Geldpolitik darstellen.

Bitcoin

Das virtuelle Geld Bitcoin ist 2009 von einem Entwickler mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto auf den Markt gebracht worden und gilt als bekannteste unter mehreren Online-Währungen. Wer rechtzeitig investierte konnte ein Vermögen machen. Anfang 2013 erhielt man für einen Bitcoin noch 13 Dollars. Heute beträgt der Kurs, je nach Handels-Plattform um 1000 Dollars. Immer mehr Unternehmen akzeptieren Bitcoins mittlerweile als Zahlungsmittel.

Aufgepasst vor «Goldfieber»

Wichtiger sei die Internet-Währung für den Konsumentenschutz, in dem Sinne, dass Schweizer und Schweizerinnen aufpassen sollten, wo sie ihr Geld investieren. Jordan spricht damit auf die Unsicherheiten in Bezug auf Bitcoins an. Die Währung wird weder von einer Zentralbank gesteuert noch wird der Handel eingehend reguliert.
Mit seiner Meinung steht Jordan konträr zu einem jüngst veröffentlichten Bericht der «Bank of America Meryll Lynch», welche in der Währung eines «der wichtigsten Zahlungsmittel im Online-Handel und ein ernsthafter Herausforderer traditioneller Anbieter zu werden».

Bitcon-Bericht von Bank of America Merill Lynch.pdf

Bei anderen Analysten überwiegt im Moment jedoch noch die Skepsis. Der Grund liegt in den hohen Kursschwankungen der Währung. Auch die New Yorker Finanzaufsicht ist warnt vor einem Run auf Bitcoins. Laut Vorsitzendem Benjamin Lawsky sei es gut möglich, dass die Bitcoins handelnden Online-Börsen gegen Regeln für Finanzdienstleister verstossen könnten.

Konkret wird befürchtet, dass Bitcoins zur Geldwäsche genutzt werden könnten. Auch führen die US-Behörden im Moment Ermittlungen gegen mehrere Geschäfte, welche mit virtuellen Währungen arbeiten.