Krypto-Währung
Bitcon-Millionär: «Wer in den nächsten zehn Jahren kein Millionär wird, ist selbst schuld»

Vom Schulabbrecher zum Bitcoin-Millionär: Das ist die verrückte (und fragwürdige) Geschichte von Erik Finman. Ein junger Mann, der den Mund sehr voll nimmt.

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Erik Finman.

Erik Finman.

watson.ch

Erik Finman machte letztes Jahr als einer der jüngsten Bitcoin-Millionäre Schlagzeilen. Nun konnte Business Insider als angeblich erstes deutschsprachiges Online-Medium ein Interview mit dem 19-jährigen US-Amerikaner führen.

Dazu gleich mehr. Doch zunächst zu seinem verrückt klingenden Werdegang.

Vom frustrierten Schüler zum Unternehmer:

  • Weil er nicht gern zur Schule geht, wettet Erik als Zwölfjähriger mit seinen Eltern: Wenn er es schaffe, vor seinem 18. Geburtstag Millionär zu werden, sollen sie ihn nicht zwingen, aufs College zu gehen. Die Eltern schlagen ein.
  • Erik nimmt 1000 Dollar von seiner Grossmutter und kauft für das Geld, das für die Finanzierung seines Studiums gedacht war, Bitcoins. Zu einem Preis von zwölf Dollar pro Coin.
  • Seine damalige Strategie klingt einfach: «Ich kaufe, so günstig es geht, und verkaufe, so teuer es geht – jeden einzelnen Tag. Auch wenn die Differenz nur 50 Cent betrug».
  • Ende 2013 verkauft Erik – er ist damals 14 – sein Bitcoin-Guthaben zu einem Preis von 1200 Dollar pro Coin.
  • Mit den 100'000 Dollar gründete er unter anderem Botangle, eine Online-Bildungs-Plattform, über die sich Schüler per Video-Chat unterrichten lassen können.
  • 2014 wird Erik vom «Time»-Magazin zu den 25 einflussreichsten Teenagern der Welt gezählt.
  • Im gleichen Jahr bittet er seine Eltern, die Schule abbrechen zu dürfen, weil er von den Lehrern und deren Verhalten frustriert sei. Die Eltern willigen tatsächlich ein.
  • 2015 findet er einen Käufer für Botangle, der ihm 100'000 Dollar oder 300 Bitcoin für die Online-Plattform bietet.
  • Obwohl der Bitcoin-Kurs damals bei gerade mal 200 Dollar liegt, entscheidet sich Erik für diese Option.
  • Mit dem Kursanstieg auf 2700 Dollar wird Erik 2017 einer der jüngsten Bitcoin-Millionäre. Somit gewinnt er die Wette mit seinen Eltern und muss nicht aufs College.

Der Bitcoin-Jungwolf

Dass sich Erik (ein bisschen) wie der «Wolf of Wall Street» fühlt, zeigt der folgende Tweet von letzter Woche. Bekannte hätten ihn gefragt, ob er (nach dem Kurseinbruch bei den Kryptowährungen) all seine Bitcoins verkaufe. Seine Antwort:

Im aktuellen Interview mit Business Insider behauptet Erik entgegen der Warnungen von Experten, dass sich der Kauf von Bitcoins und anderen Kryptowährungen weiterhin lohne. Der jüngste Crash sei ein Rückschlag, mehr nicht. Oder besser noch, die Gelegenheit, zu einem relativ tiefen Preis einzusteigen:

  • «Es gibt immer Ups und Downs auf dem Weg nach oben. Viele Menschen haben diesen Rückgang ja kommen sehen. Es war fast so etwas wie eine selbsterfüllende Prophezeiung, nachdem bereits viele Experten von einer Blase gesprochen hatten.»
  • «Mein Plan ist es, weiterhin Bitcoins zu haben – und zwar viele.» Und Erik erweist sich als Verfechter der HODL-Strategie, also des langfristigen Haltens von Kryptowährungen. Er würde nach so einem Kursrutsch nicht verkaufen, «denn die Chance ist meiner Meinung nach wirklich hoch, dass der Wert wieder auf die Preise steigt, die wir zuletzt gesehen haben».
  • «Man muss sich bewusst sein, dass die Preise stark schwanken, gerade wenn man einen grossen Geldbetrag investiert. Aber in der Vergangenheit gab es bei Bitcoins immer wieder diese starken Rücksetzer – und die wird es höchstwahrscheinlich auch in der Zukunft wieder geben.»
  • «Sollte nur ein Bruchteil der gesamten Weltbevölkerung diese Technologie und damit Bitcoin nutzen, werden wir einen Anstieg bei Bitcoins und anderen Kryptowährungen erleben, den wir noch nie gesehen haben.»
  • «Wenn man sich über die nächsten zehn Jahre im Bereich der Kryptowährungen schlau anstellt, können viele Menschen sich sogar noch besser ein Vermögen aufbauen als bisher.»

Screenshot Instagram

Der Fairness halber ist anzumerken, dass Erik auch auf die Nachteile und Risiken von Bitcoin und Co. hinweist. Etwa auf den beträchtlichen Stromverbrauch für das Mining.

Das ganze Interview gibt's hier zu lesen.

PS: Selbstverständlich gilt auch bei Eriks neusten Prognosen rund um die Blockchain-Technologie: Nachahmen auf eigene Gefahr! Ob er erneut richtig liegt, wird sich zeigen ...

(dsc)

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