Anlagebetrug
BKB setzt ASE-Betrugsopfern Frist für Vergleichsangebot

Die BKB will einen Schlussstrich unter den ASE-Betrugsfall ziehen. Sie setzt ihren betroffenen Kunden eine Frist bis Ende Juni, um das Vergleichsangebot der Bank anzunehmen. 90 Prozent haben dies bisher getan.

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Über 500 Kunden der Basler Kantonalbank sollen durch vermutlich strafbare Handlungen von ASE Investment geschädigt worden sein.

Über 500 Kunden der Basler Kantonalbank sollen durch vermutlich strafbare Handlungen von ASE Investment geschädigt worden sein.

ken / key

Die im aargauischen Fricktal ansässige Vermögensverwalterin ASE Investment hatte Anleger mit Renditeversprechen von bis zu 18 Prozent angelockt, wie die BKB am Dienstag mitteilte. Die BKB war Depotbank der Firma; zahlreiche Kunden des staatlichen Instituts investierten Geld bei der ASE.

Der mutmassliche Anlagebetrug flog auf, nachdem die BKB von einem Kunden auf Unstimmigkeiten in einzelnen Kontoauszügen hingewiesen worden war. Die Bank reichte daraufhin Strafanzeige gegen die ASE wegen Urkundenfälschung ein. Gemäss Staatsanwaltschaft wurden über 800 Personen geschädigt. Rund 500 davon sind Kunden der BKB, wie die Bank auf Anfrage sagte.

Vor einem Jahr handelte die BKB mit Anwälten ihrer Kunden ein Vergleichsangebot aus, gemäss dem sie den Geschädigten einen "erheblichen Teil" des verlorenen Geldes ersetzt.

Bis Mitte April haben laut BKB-Communiqué rund 90 Prozent der Betroffenen das Angebot angenommen und insgesamt 45,6 Mio. Fr. ausbezahlt erhalten. Die Bank hatte für diesen Streitfall 50 Mio. Fr. zurückgestellt.

Einlenken oder klagen

Schon im Februar bei der Bilanzmedienkonferenz hatte die BKB notiert, dass 89,3 Prozent der ASE-Betroffenen dem BKB-Vergleich zustimmen wollten. Seither sind also kaum mehr dazugestossen.

Mit der Terminierung hofft die Bank nun auf weitere Betroffene, die den Vergleich unterzeichnen, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte. Als Alternative steht der Prozessweg offen - mit einigen Kosten, Unsicherheiten und Zeitaufwand, wie er weiter sagte. Wieviele vor Gericht gehen wollen, sei der BKB derzeit nicht bekannt.

Der Fall ASE hatte für die BKB noch weitere Konsequenzen: Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) bedachte die Bank mit einer scharfen Rüge und kritisierte, sie habe es versäumt, die Risiken zu begrenzen, und Hinweise auf illegales Verhalten nicht genügend abgeklärt.

Bereits zuvor war Unternehmenschef Hans Rudolf Matter infolge der Affäre zurückgetreten. Zudem wurden drei Mitarbeiter in Zürich, wo die ASE die meisten Konten für ihre Kunden eröffnet hatte, entlassen. Im März dieses Jahres kündigte die BKB an, den Standort Zürich ganz zu schliessen.