Arbeitszonen
Blick Richtung Norden und Bahnhof

Im Hinblick auf die Revision der Ortsplanung hat sich der Gemeinderat von Buchsi mit seiner Baulandpolitik für die Wirtschaft befasst. Neben dem Heimenhausenfeld richtet er seinen Fokus auf den nördlichen Dorfrand Richtung Wangen a/A und die Gebiete rund um den Bahnhof.

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wirtschaftliche Entwicklung

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Solothurner Zeitung

Jürg Rettenmund

Ein Betrieb nach dem anderen entsteht gegenwärtig im Heimenhausenfeld in Herzogenbuchsee. Dabei war diese Arbeitszone in der Ortsplanung von 1993 noch gar nicht vorgesehen. Noch hat es dort Reserven, doch der Gemeinderat macht sich im Hinblick auf die anstehende Ortsplanungsrevision bereits Gedanken, wie es in den nächsten 15 Jahren mit seiner Baulandpolitik für Industrie, Gewerbe und Dienstleistungs-Arbeitsplätze weitergehen soll.

Konkret ausgelöst hat diese Überlegungen das Gesuch der Landi für eine Umzonung. Sie will auf der ihr gegenüberliegenden Seite der Wangenstrasse, neben der Thierstein AG, einen neuen Laden bauen (wir berichteten). Der Gemeinderat wollte diese Umzonung vorziehen, doch meldeten sich weitere Landbesitzer mit Umsiedlungs- und Umzonungsprojekten. Schliesslich verlangte das Kantonale Amt für Gemeinden und Raumordnung von Herzogenbuchsee, eine Strategie für seine Baulandpolitik zu entwickeln, nicht zuletzt im Hinblick auf die eingeleitete Ortsplanungsrevision.

Reserven nur noch auf kurze Frist

Diese Strategie liegt nun vor und der Gemeinderat hat sie an seiner letzten Sitzung verabschiedet. Der Rat nimmt darin eine Bilanz der Bauentwicklung seit der letzten Ortsplanungsrevision vor. Er stellt fest, dass im Heimenhausenfeld nur noch auf kurze Frist Reserven vorhanden sind.

Seinen Blick hat er deshalb - und nicht nur wegen dem Landi-Projekt - in Richtung Norden gewendet. Dort, vom Bereich der Wangenstrasse über das Wanzwilfeld bis ins Biblis, treffen Einzonungswünsche auf Bauwünsche.

Neben der Landi hat auch die Fenaco die Absicht geäussert, ihre Betriebe beim Bahnhof in dieses Gebiet auszusiedeln. Zwei private Landbesitzer wiederum meldeten sich mit dem Wunsch, Landwirtschaftsland einzuzonen - die eine betroffene Parzelle war 1993 bei der letzten Ortsplanungsrevision auf Wunsch des Grundeigentümers ausgezont worden.

Industriebrachen beim Bahnhof

Die Absichten der Fenaco haben wiederum Auswirkungen auf das Gebiet nördlich des Bahnhofes: Verwirklicht sie ihre Pläne, entsteht dort bereits die zweite Industriebrache. Die erste hat die HG Commerciale hinterlassen, als sie vor einem Jahr ins Heimenhausenfeld zog.

In diesen Brachen sieht der Gemeinderat viel Potential: Dank dem nahen Bahnhof könnten sie sich zum kantonalen Entwicklungsschwerpunkt mausern - zusammen mit dem historischen Bahnhofquartier auf der anderen Seite der Geleise und den anschliessenden Dorf- und Kernzonen.

Wie im Bahnhofquartier sieht der Gemeinderat auch nördlich der Geleise eine gemischte Wohn- und Arbeitsplatznutzung vor, wobei er den Rändern und Übergängen besondere Beachtung schenken will: Wohnnutzung gegen die bestehenden Wohngebiete, Gewerbe- und Dienstleistungsriegel gegen die Bahn und die im Gebiet verbleibende Melior hin.

Vorarbeit für Ortsplanung

Bauverwalter Roland Juen legt Wert auf die Feststellung dass es sich beim nun vorliegenden Strategiepapier um Vorarbeiten handelt, die im Rahmen der Ortsplanung nun noch konkretisiert werden müssen - insbesondere mit den betroffenen Grundeigentümern. Für die Ortsplanung hat der Gemeinderat im März ein Vorprojekt gestartet.

Die Planergemeinschaft Andreas Gerber (Bern) und Jürg Wetzel (Burgdorf) analysiert den Ist-Zustand, definiert Problemfelder und erstellt daraus die Submissionsunterlagen für die eigentliche Ortsplanungsrevision.

Für diese wird es weitere Spezialkonzepte brauchen, zum Beispiel für den Verkehr oder die Landschaft. «Ein sehr komplexes Unterfangen», hält Juen fest. Vorgesehen ist, dass im September der Ortsplaner bestimmt und anschliessend eine Planungskommission eingesetzt wird.