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Kampf gegen leere Handy-Akkus an Openairs

Ein Leben ohne Smartphone ist für viele Menschen mittlerweile unvorstellbar. Unterwegs ist aber nicht immer eine Steckdose zum Aufladen verfügbar. Ein Schweizer Unternehmen bietet die Lösung an.
Andreas Lorenz-Meyer
Das Handy als ständiger Begleiter. An Konzerten ist es nicht mehr wegzudenken, so auch am Open Air Frauenfeld. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (8. Juli 2017))

Das Handy als ständiger Begleiter. An Konzerten ist es nicht mehr wegzudenken, so auch am Open Air Frauenfeld. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (8. Juli 2017))

Die Open-Air-Saison in der Schweiz steht vor der Tür. Festivals unter freiem Himmel gibt es landauf, landab: Frauenfeld, St. Gallen, das Gurten-Festival in Bern, Gampel im Wallis, Greenfield in Interlaken, Lumnezia in Graubünden, Zürich. Smartphones sind bei solchen Veranstaltungen ständig und überall im Gebrauch. Die Besucher fotografieren die Bands auf der Bühne oder sich selbst und posten die Fotos in irgendeinem sozialen Netzwerk. Da kann der Akku schnell mal leer sein. Und was dann? Steckdosen sind keine da. Abhilfe schafft in solchen Fällen das Zürcher Unternehmen Chimpy, das auf Schweizer Open Airs mit seinen Ständen präsent ist. Dort lassen sich die grün gefärbten Powerbanks ausleihen. Auf die Vermietung dieser mobilen Zusatzbatterien für Smartphone und Tablet hat sich Chimpy spezialisiert. Nicht nur bei Open-Air-Festivals, sondern auch auf Konferenzen werden die Batterieeinheiten verliehen.

Neben den Events versorgt das Unternehmen auch Skivermieter, Bars, Läden und Kioske damit. «Wir sind in allen Schweizer Städten vertreten», sagt Gründer Andreas Braendle.

Cross Selling dank leerem Akku

Chimpy heisst erst seit Freitag so, vorher war Battere fünf Jahre lang der Unternehmensname. Chimpy bezieht sich auf das Logo, das auf allen Powerbanks abgebildet ist: ein freundlicher Schimpanse mit den Symbolen für Plus- und Minus-Pol auf den Augen. Die Ausleihe funktioniert ganz unkompliziert. Ist der Akkustand niedrig, geht man in einen Laden, leiht sich dort eine Powerbank aus und steckt sie ans Smartphone oder ans Tablet. Das Gerät ist sofort wieder einsatzbereit. Die Chimpy-App informiert einen bei Bedarf über die nächstgelegene Leihstelle. Eine Ladung kostet 4 Franken. Hinzu kommt ein Depot von 15 Franken. Leihdauer: eine Woche. Braendle über das Geschäftsmodell: «Es gibt zahlreiche Unternehmen, die Powerbanks verkaufen. Aber die Powerbanks-Vermietung in der ganzen Schweiz ist ein bisher einmaliges Angebot.» Wobei das Besondere nicht die Powerbank an sich ist. Es handelt sich um ein handelsübliches Modell. Das Besondere an dem Service ergibt sich durch etwas anderes: «Wir sorgen dafür, dass die User überall in der Schweiz immer eine geladene Powerbank in der Nähe finden, die sie ausleihen können. Und dass sie sie auch überall wieder zurückgeben können.» Mit den Chimpy-Powerbanks lasse sich jedes Handy mindestens einmal ganz voll laden. Sie funktionieren laut Braendle mit jedem Handy, sind langlebig, stabil, qualitativ hochwertig. Zudem werden sie ausschliesslich mit Solarstrom befüllt. Braendle: «Wir haben eine Solaranlage auf unserem Dach und kaufen Solarstrom zu.»

Seit dem Jahr 2016 arbeitet das Unternehmen mit dem Schweizer Handelsunternehmen Valora zusammen. Die Powerbanks sind so in rund 1000 Verkaufsstellen der Valora-Marken K Kiosk, Avec und Press & Books ausleihbar. Insgesamt gibt es 1200 Chimpy-Verleihstellen im ganzen Land. In Zürich allein sind es rund 100. Die Vorteile für die Betreiber der Vermietstellen beschreibt Braendle so: «Sie können ihren Kunden einen praktischen Service bieten und ihnen einfach aus einer Notfallsituation helfen.» Die Kundenfrequenz könne so erhöht werden, zudem gebe es Cross-Selling- Effekte. Das heisst, die Kunden holen sich nicht nur die Powerbank, sondern kaufen bei der Gelegenheit gleich noch etwas anderes. Zwar gibt es noch einige Infrastrukturlücken in der Schweiz, vor allem in weniger besiedelten Gebieten sind die Powerbanks manchmal nicht erhältlich. Aber Braendle plant die Ausweitung des Angebots. «Der Bedarf wächst. Vor allem weil das Angebot bekannter wird.»

Keine leeren Akkus im Shoppingcenter

Chimpy könnte den Nerv der Zeit treffen. Smartphones sind allgegenwärtig und nicht nur für jüngere Leute offenbar unersetzlich als Kommunikations- und Organisationszentrale. Der Ausfall des mobilen Geräts wegen Akkuleerstands stellt für manchen eine echtes Problem dar. Auch Schweizer Shoppingcenter richten sich auf die Bedürfnisse der Kunden ein. Sie erlaubten nicht nur passiv das Aufladen elektronischer Geräte, sondern böten entsprechende Services aktiv an, betont Philipp Schoch, Bereichsleiter Center & Mixed-Use Site Management beim Immobiliendienstleister Wincasa und Präsident des Verbands der Schweizer Shoppingcenter. «Bei den Sitzgelegenheiten sind vielerorts Steckdosen integriert, und es gibt Handyaufladestationen auf den verschiedenen Arealen.» Dieser Service sei gratis. Kunden «in Not» werde immer geholfen. Sie können sich auch an die Mitarbeitenden an den Infopoints wenden. Im Shoppingcenter solle keiner mit leerem Akku dastehen. Ob auch in den Ladenlokalen aufgeladen werden darf, liege im Ermessen der jeweiligen Betreiber.

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