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BÖRSE: Überraschend altbekannte Köpfe: Die SIX und ihre neuen Chefs

Endlich hat der neue Chef des Schweizer Börsenbetreibers die neue Führungsriege bekanntgegeben. Die Wahl war mit Spannung erwartet worden. Für den strategischen Kurswechsel setzt der neue Chef allerdings überraschend auf altbekannte Köpfe.
Das Logo der Schweizer Boerse SIX Swiss Exchange, aufgenommen am Donnerstag, 10. Maerz 2017, in Zuerich. (KEYSTONE/Thomas Delley) (Bild: THOMAS DELLEY (KEYSTONE))

Das Logo der Schweizer Boerse SIX Swiss Exchange, aufgenommen am Donnerstag, 10. Maerz 2017, in Zuerich. (KEYSTONE/Thomas Delley) (Bild: THOMAS DELLEY (KEYSTONE))

Seit Anfang Januar steht Jos Dijs­selhof auf der Kommandobrücke beim Schweizer Börsen- und Finanzmarktinfrastrukturbetreiber SIX. Die über 4000 SIX-Mit­arbeitenden mussten lange auf die Neubesetzung der Chefetage warten. Nachdem Dijsselhofs Vorgänger Urs Rüegsegger bereits im Frühjahr 2016 seinen Rücktritt angekündigt hatte, wurde der 52-jährige Niederländer Anfang November den Mitarbeitenden und der Öffentlichkeit als neuer CEO präsentiert.

Nun hat dieser endlich auch sein neues Leitungsteam benannt, mit dem die SIX die geplante «Transformation» bewältigen will. Grössere Überraschungen sind bei der Besetzung der Konzernleitungspositionen allerdings ausgeblieben. Die wichtigste Veränderung betrifft die Informatik, den Schlüsselbereich der SIX, der auch die meisten finanziellen Mittel bindet. Ein Wechsel in dieser Führungsposition war intern wie auch von etlichen ­externen Beobachtern erwartet worden. Der 57-jährige Schweizer Thomas Bornträger leitet die Abteilung seit der Entstehung von SIX im Jahr 2008. Zuvor war der Informatiker in ähnlicher Funktion für Telekurs, eine der Vorgängerfirmen von SIX, einem früheren Gemeinschaftsunternehmen der Banken im Zahlungsverkehr und der Wertschriftenabwicklung, tätig gewesen.

Zahlungsverkehr kommt unter neue Führung

Bornträger steht für die alte Diversifikationsstrategie der SIX, die auf der Entwicklung mehr oder weniger selbstständig funktionierender Geschäftsbereiche basiert hatte. Die neue Strategie zielt auf eine stärkere Verzahnung der von der SIX angebotenen Infrastrukturdienstleistungen ab. Der Mann, der diese ­Aufgabe anpacken soll, ist nun überraschenderweise aber ein altbekanntes Gesicht in der SIX. Der 58-jährige Christoph Landis ist seit 25 Jahren für das Unternehmen beziehungsweise für die SIX Swiss Exchange tätig. In die Konzernleitung stieg er aber erst 2015 auf, als es die Lücke des ­früheren Börsenchefs Christian Katz zu füllen galt. Inzwischen ist er das dienstälteste Mitglied in der obersten Chefetage. Dijsselhof will erst in drei Monaten erstmals öffentlich auftreten und – dann wird er sicherlich erklären müssen, weshalb er den Umbau des Maschinenraums der SIX nicht einer frischen Kraft anvertrauen wollte. Bornträger will seine Zurücksetzung offensichtlich nicht hinnehmen und verlässt die Firma im Februar.

Mit dem ehemaligen UBS-Manager Marco Menotti erhält der Bereich Zahlungsverkehr ein neues Gesicht. Der Neue übernimmt die Verantwortung für den Interbankenzahlungsverkehr und den Betrieb der Geldautomaten sowie den kartenbasierten und mobilen Zahlungsverkehr. Menotti wird damit das neue ­Gesicht der Banken für «Twint», die Bezahl-App, mit der sich die Banken und die Postfinance neue, branchenfremde Konkurrenten vom Leib zu halten hoffen. Neu in der Konzernleitung sitzt auch Risikochef Jochen Dürr, während der vom Industriekonzern Sulzer als Innovationschef zu SIX gestossene Daniel Dahinden in der obersten Führungsstufe zwar mitreden, aber noch nicht mitentscheiden kann.

Daniel Zulauf

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