Börsenblick
Chemie für (fast) alle

Der Bauchemie-Konzern Sika wächst und wächst. Bisher aber ohne Schweizer Beteiligung.

François Bloch
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Illustration: Marco Ratschiller

Erstmals überspringt SIKA (SIKN SW) die Marktkapitalisierungsgrenze von 40 Milliarden Franken. Der weltweit grösste Konzern in Sachen Bauchemie hat in den letzten Jahren wirklich alles perfekt gemacht: Mit einem Zuwachs von 285,1 Prozent innert fünf Jahren ohne Dividendenausschüttung ist die Rechnung für die Investoren aufgegangen. Für die Aktionärsrechte hat sich über die letzten Jahre die Cascade Investment LLC eingesetzt, welche als Familienstiftung von Bill Gates fungiert. Bedenklich ist hingegen, dass sich kein Schweizer Finanzunternehmen unter den zehn grössten Aktionärseigner befindet. (Erfolgsstory ohne Schweizer Beteiligung)

In einer Topverfassung präsentiert sich der amerikanische Steuersoftwarespezialist INTUIT (INTU US): +325,8 Prozent innert fünf Jahren ist für den 119,2-Milliarden US-Dollar-Titel ein Spitzenergebnis. Aus einer fundamentalen Perspektive dürfen Sie aber keine weiteren Papiere aufladen, bei einem aktuellen Kurs-/Gewinnverhältnis von 76,5 Punkten wäre das töricht. Bestehende Aktionäre dürfen weiterhin auf dieser Erfolgswelle mitreiten, denn bei einer aktuellen Umsatzrendite von 34,3 Prozent werden Sie auch in Zukunft zu den Gewinnern zählen. (Halten)

Völlig entfesselt zeigte sich die Julius Bär beim Anlagetipp von dieser Woche: Die grösste reine Privatbank der Schweiz hat sich verpflichtet, ein achtstelliges Zeichnungsvolumen zur Verfügung zu stellen. Im Paket sind nur Champions, dessen Kursziele auf zwölf Monate massiv höher liegen als die aktuelle Aktienbewertung an der Börse. Um das Risiko-/Renditeprofil für Sie signifikant zu verbessern, habe ich die Kursbarriere auf tiefe 55 Prozent reduziert. (Maximale Konditionen)

Zum heimlichen paneuro­päischen Aktienchampion mutieren die Papiere von KERING (KER FP): +465,1 Prozent innert fünf Jahren für den franzö­sischen Luxusmarkenhersteller, welcher immer mehr aus dem Schatten des grossen Branchenkonkurrenten LVMH heraustritt. Bei einem erwarteten Kurs-/Gewinnverhältnis von 20,9 Punkten per 2024 sollten Sie in Ihrem Portfolio weitere Positionen aufbauen. Laut meinen Analysen wird der Rekord von 2018 in Sachen Umsatzrendite (30,1 Prozent) 2024 mühelos überholt sein. Ich wage die Annahme, dass der Hersteller von Gucci-Produkten per 2024 erstmals einen Umsatz von 20 Milliarden Euro pro Jahr erreichen wird. (Nachladen)

Still mutiert der Baselbieter Peptid-Krösus BACHEM (BANB SW) zum König an der Schweizer Börse: +631,4 Prozent innert fünf Jahren. Dies ist umso spektakulärer, da der Referenzindex nur auf einen Zuwachs von 55,5 Prozent in der gleichen Periode kommt. Bei einem aktuellen Kurs-/Gewinnverhältnis von 67,4 Punkten muss ich für Späteinsteiger ein Nachladeverbot aussprechen. Wichtig ist nun, die jährliche Dividendenausschüttung in neue Papiere zu reinvestieren. (Geniessen)

Anlage-Tipp

Top ist die Ausgestaltung des neuesten Produktes (Valor: 110800183) der Bank Julius Bär (Rating: AA): garantierter Jahreszins von 24.80 Prozent in Schweizer Franken bei einer maximalen Laufzeit von neun Monaten. Mit den US-Champions wie NVIDIA (Entwickler von Grafikprozessoren und Chipsätzen), FEDEX (Kurier- und Logistikunternehmen) und Pinterest (Soziales Netzwerk) wurden Top- Wachstumswerte ausgewählt. Die faktische Kapitalgarantie liegt bei tiefen 55 Prozent. Ein Rekordvolumen steht am Dienstagmorgen bereit.

Bewertung: 10/10

Rappenspalter

Zum Kampfpreis von 758 Euro (832 Franken) erhalten Sie im Fünf-Sterne-Hotel Seehof in Davos drei Nächte inklusive Halbpension für zwei Personen. Das Angebot ist bis Ende September 2021 auf www.travelzoo.com/de erhältlich. Die Verfügbarkeit ist begrenzt, beeilen lohnt sich also. Das Hotel besticht durch eine sehr gute Lage an der Promenade des Davosersees. Konkurrenzvergleich auf dem Internet: 1415 Franken.

Bewertung: 10/10

Unser Experte François Bloch hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Wochenende» übernimmt keine Verantwortung.